Hattrick mit zwei Debütantinnen

von Redaktion

CHIO in Aachen: Deutsche Springreiter-Equipe gewinnt den Nationenpreis – Desaster für Dressur-Königin Werth

Von Tobias Schwyter

Aachen – Der Hattrick für die deutschen Springreiter ist perfekt, die junge Equipe hat beim CHIO in Aachen zum dritten Mal in Folge den Nationenpreis gewonnen. Die beiden Debütantinnen Simone Blum auf Alice und Laura Klaphake auf Catch me if you can sowie Maurice Tebbel auf Chaccos’ Son und Routinier Marcus Ehning auf Pret a Tout siegten gestern Abend unter Flutlicht mit nur vier Fehlerpunkten.

Nach dem ersten Umlauf hatte das deutsche Team, das den prestigeträchtigen Ländervergleich in der Soers in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hatte, vor 40 000 Zuschauern schon aussichtsreich auf dem vierten Platz gelegen. Die beiden 24 Jahre alten Youngster Klaphake und Tebbel zeigten keinerlei Nervosität und blieben fehlerlos, Ehning (44) und Blum (29) leisteten sich jeweils einen Abwurf.

Der Mannschafts-Olympiasieger Ehning fand den Parcours trotzdem „für einen Nationenpreis zu einfach“, wie er im WDR sagte. 15 der 31 Starter waren im ersten Durchgang ohne Abwurf geblieben.

Im zweiten Umlauf wurden einige Hindernisse dann auch leicht erhöht, bei Blum (Zolling) und erneut Klaphake stand trotzdem die Null. Blum sprach anschließend von einem „Wahnsinnsgefühl“ und versprach ihrer Stute Alice eine „ganz große Kiste Mangos“. Tebbel erhöhte durch einen Abwurf den Druck auf Ehning, doch der blieb cool und sicherte mit einem weiteren Nuller den Sieg. Damit schürte die Equipe von Bundestrainer Otto Becker, die in Gedenken an die in der Vorwoche verstorbene Reiter-Legende Hans Günter Winkler mit Trauerflor angetreten war, die Hoffnungen auf eine Medaille bei den Weltreiterspielen in Tryon/North Carolina (11. bis 23. September).

Wenige Stunden zuvor hatte ausgerechnet Dressur-Königin Isabell Werth die favorisierte deutsche Equipe beim Nationenpreis mit einer völlig verkorksten Vorstellung ins Hintertreffen gebracht. Die sechsmalige Olympiasiegerin enttäuschte auf Emilio im Grand Prix mit vielen Fehlern und kam mit 72,516 Punkten nur auf Rang 17. Damit lieferte sie auch das Streichergebnis für die deutsche Mannschaft, die nun um den siebten Erfolg in Serie in der Nationenwertung bangen muss. Der Sieg ging an die US-Amerikanerin Laura Graves auf Verdades (80,606), deren Team auch die Führung im Nationenpreis übernahm (231,988). Alles deutet jedoch auf einen Zweikampf im entscheidenden Grand Prix Special am Samstag hin, denn Titelverteidiger Deutschland lauert direkt dahinter mit 229,798 Punkten. Das dänische Team folgt hinter dem Spitzenduo schon mit deutlichem Abstand (223,106).

„Da muss ich auch erst einmal eine Nacht drüber schlafen. Keine Ahnung, ich weiß nicht, was war“, ärgerte sich Werth.

Überzeugend waren in der deutschen Equipe andere Paare, allen voran Team-Weltmeisterin Helen Langehanenberg mit Damsey. Die 36-Jährige glänzte nur 29 Tage nach der Geburt ihrer zweiten Tochter mit 77,034 Punkten und wurde Dritte hinter der Dänin Cathrine Dufour auf Cassidy (78,494). Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) verpasste auf Dalera mit 76,848 Punkten das Podest als Vierte knapp. Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider (75,916) wurde mit Sammy Davis jr. Sechste.

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