Unterhaching – Der Zeitplan ist straff, aber machbar: Bis zum Drittliga-Derby gegen den TSV 1860 München am 26. September soll die Zuschauerkapazität im Sportpark Unterhaching auf 15 000 Plätze steigen. Heute werden SpVgg-Präsident Manfred Schwabl und Bürgermeister Wolfgang Panzer nach monatelangem Ringen um zig Details einen Vertrag unterschreiben, der es dem Profi-Fußballverein erlaubt, die seit Mai 2017 gesperrte Osttribüne in Eigenregie und auf ihre Kosten zu sanieren.
Wer die Osttribüne betritt, auf der das Unkraut inzwischen bis zu einem Meter hoch wuchert, kann sich wie im Botanischen Garten vorkommen. Außerdem geht es bei der Sanierung um marginale Betonrisse in den Blöcken J, I und H, die durch Bodensetzungen entstanden sind und nun gekittet werden sollen; zu diesem Zweck wird die SpVgg am Montag alle 4500 Schalensitze der Osttribüne abmontieren lassen. Nach einem Testlauf im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig soll, so der Plan, die Osttribüne bis zum zuschauerträchtigen Derby gegen die Löwen wieder voll funktionstüchtig sein.
Vorangegangen war die monatelange Klärung schwieriger Detailfragen: Wer übernimmt für was die Verantwortung, wie werden die Lasten zwischen Verein und Kommune gerecht aufgeteilt? Der Kompromiss, über einen Nachtrag zum bis 2020 laufenden Stadion-Pachtvertrag geregelt, sieht vor, dass die Gemeinde die kostspielige Instandhaltung des Gebäudekomplexes mit Kabinentrakt und SpVgg-Geschäftsstelle übernimmt, der Verein das restliche Stadion. Übrigens inklusive der Flutlichtanlage – hier hat sich die Kommune aber per Klausel zu einer Kostenbeteiligung verpflichtet.
Ein entscheidender Knackpunkt war die Frage der Risikohaftung, sollten wegen Stolperfallen auf der verwilderten Osttribüne Zuschauer zu Schaden kommen. „Die SpVgg Unterhaching hat das Recht zur Sanierung gegen Übernahme der Betreiberpflichten erhalten“, erläutert Rathaus-Sprecher Simon Hötzl. Bis 2020 verringert sich laut ihm der Pachtzins für die SpVgg, danach soll der Vertrag auf lange Sicht neu verhandelt werden.
Eins steht jetzt schon fest: Die neue Stadion-Regelung beinhaltet für die SpVgg Unterhaching die Option, ihre Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Mit dem Konstrukt einer GmbH & Co. KG auf Aktien sowie einer komplementären Verwaltungs-GmbH „in hundertprozentiger Hand des Vereins wollen wir uns an der von DFB und DFL favorisierten Lösung orientieren“, so Schwabl. Bis November soll die Auslagerung vorbereitet und dann von den Mitgliedern beschlossen werden. Sonst droht das Szenario, bald nur noch Breitensport betreiben zu können.