20,06 m – Mama Schwanitz mit Freudentränen

von Redaktion

Die Kugelstoßerin untermauert bei DM ihre Ambitionen auf EM-Gold – Auch Storl überzeugt

Nürnberg – Nach dem ersten 20-Meter-Stoß seit ihrer Babypause kämpfte Christina Schwanitz mit den Freudentränen. „Das war ein wunderschöner Wettkampf, das ist ein besonderer Sieg“, sagte die Kugelstoß-Europameisterin mit feuchten Augen: „Das macht mich echt stolz.“ Mit 20,06 m krönte sich die Topfavoritin in Nürnberg souverän zum sechsten Mal zur deutschen Meisterin und ist nun endgültig Topfavoritin auf Gold bei der Heim-EM in Berlin (6. bis 12. August). Ebenfalls in starker Form präsentierte sich David Storl, der mit 21,26 m seinen achten Meistertitel holte..

„Das war ein total geiler Stoß. Der Arm war heute sehr schnell“, sagte Schwanitz, bevor sie auf einer Ehrenrunde mit Standing Ovations gefeiert wurde. Zuletzt stieß sie bei ihrem EM-Titel 2016 in Amsterdam über die 20-Meter-Marke, in der Weltjahresbestenliste rückt sie hinter Weltmeisterin Gong Lijiao aus China auf Platz zwei vor. In Europa ist sie unangefochten die Nummer eins.

Die Form der ehemaligen Weltmeisterin stimmt vor dem Saisonhöhepunkt in etwas mehr als zwei Wochen. Schneller als selbst prognostiziert ist sie nach der Geburt ihrer Zwillinge im Juli 2017 und der anschließenden Babypause nun wieder in der Weltspitze angekommen. „Dass es so gut und konstant läuft, hätte ich nicht gedacht“, hatte sie im Vorfeld der DM bereits erklärt.

Das zeigte sie auch am Freitag: Auf dem Nürnberger Hauptmarkt ließ sie wie erwartet ihrer nationalen Konkurrenz keine Chance. Und sie genoss ihren Auftritt. Immer wieder feuerte sie das Publikum an, im fünften Versuch gelang ihr dann die umjubelte Saisonbestleistung. Der Abstand auf die Zweitplatzierte Alina Kenzel (Waiblingen/18,21) betrug fast zwei Meter.

„Sie hat einen unbändigen Ehrgeiz, der sie antreibt. Sie gestaltet das unwahrscheinlich professionell, da kann man nur den Hut ziehen“, betonte Heim- und Bundestrainer Sven Lang betont. Und mit Blick auf die Europameisterschaft erklärte er: „Sie ist hochmotiviert. Es hätte sicher niemand etwas dagegen, wenn sie ihren Hattrick macht.“

Am allerwenigsten wohl Schwanitz selbst. Ein Jahr nach der Geburt ihrer Zwillinge, die sie liebevoll „Krümel“ nennt, wäre der Triumph in Berlin der Lohn für viel Mühe und harte Arbeit. Sie habe sich „beweisen“ wollen, dass man „auch als Elternteil Leistungssport machen kann“, begründete sie ihr Comeback.  sid

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