Bonmann oder Hiller? Es geht um „Mikrometer“

von Redaktion

München – Seit gestern ist Daniel Bierofka zurück von seinem Sportschul-Ausflug zur U 19-EM – und sieht sich direkt mit einer undankbaren Aufgabe konfrontiert. Heute oder spätestens morgen muss er erklären, welchen seiner beiden Klassetorhüter er in die Drittligasaison schickt, die am Samstag mit dem Traditionsduell beim 1. FC Kaiserslautern beginnt. Vertraut er wie im Aufstiegsjahr dem tadellosen Marco Hiller? Oder setzt er einen neuen Reiz, indem er Herausforderer Hendrik Bonmann befördert? Sportchef Günther Gorenzel, der Staffelstab und Verantwortung wieder an Bierofka übergeben hat, ist gespannt, wie der Cheftrainer entscheidet. Er sagt nur so viel: „Es ist keine Millimeter- , sondern fast schon eine Mikrometerentscheidung – so eng liegen Marco und Henrik leistungsmäßig beieinander.“

Für Hiller spricht, dass im Grunde nichts gegen ihn spricht. Ihm den Nummer-1-Status zu entziehen, wäre schwer zu rechtfertigen, denn folgenschwere Fehlern stehen nicht in seiner Akte, seine Ausstrahlung hat er längst auf Profiformat gebracht und auf der Linie ist er ohnehin „Weltklasse“ (Bierofka). Für Bonmann dagegen spricht: Er ist drei Jahre älter, hat schon 3. Liga mit Dortmund II gespielt (elf Einsätze), wirkt überhaupt sehr gereift als Persönlichkeit. Denkbar ist, dass am Ende weiche Faktoren den Ausschlag geben: Hillers Vertrag läuft am Ende dieser Saison aus – und Bonmann wurde sicher nicht mit der Aussicht angelockt, eine ewige Nummer 2 zu werden.

Gorenzel ahnt, dass einer der beiden nach der Bekanntgabe ein hartes Brot zu kauen hat. „Und noch härter ist es“, so der Sportchef und Teilzeitcoach, „weil beide eigentlich Einser-Torhüter sind, um die uns die Liga beneidet.“  ulk

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