Im Blickpunkt

von Redaktion

Reporter-Legende Szepesi gestorben

Der legendäre ungarische Sportreporter György Szepesi ist am Mittwoch im Alter von 96 Jahren in Budapest gestorben. Dies berichtete die Online-Ausgabe der Tageszeitung „Nemzeti Sport“ unter Berufung auf die Familie. Szepesi (im Foto unten rechts bei einer Ehrung durch Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter) kommentierte 1954 für das ungarische Radio das Fußball-WM-Finale in Bern. Der 3:2-Sieg der Deutschen ging als „Wunder von Bern“ in die Annalen ein. Für den deutschen Rundfunk hatte Herbert Zimmermann (1917-1966) am Mikrofon gesessen. Szepesi heuerte 1945 beim ungarischen Radio an. Sein unverkennbarer Stil, sein Gefühl für Spannung und Dramatik machten ihn bald zum populärsten Sportreporter des Landes. Seine Fähigkeit, in Live-Übertragungen das Geschehen ebenso plastisch wie leidenschaftlich zu schildern, hielt bei großen Sportereignissen Millionen Ungarn vor den Rundfunkgeräten in Bann. Zwischen 1948 und 2012 berichtete Szepesi von 18 Olympischen Spielen und 15 Fußball-Weltmeisterschaften. Von 1979 bis 1986 war er Präsident des Ungarischen Fußball-Verbandes. 2006 wurde bekannt, dass Szepesi im Jahr 1950 vom kommunistischen Staatssicherheitsdienst als Agent angeworben wurde. Historiker fanden im Archiv der ungarischen Stasi-Aktenbehörde zahlreiche Berichte, die der Star-Reporter über Sportler und emigrierte Ungarn verfasst hatte. Szepesi äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

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