Zuzenhausen – Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann hat seine Absage an Champions-League-Sieger Real Madrid unter anderem mit seinem Alter begründet. Er sei „in der komfortablen Lage“, erst 31 Jahre alt zu sein. „Wenn meine Trainerkarriere einigermaßen weiterläuft, bietet sich vielleicht später noch einmal die Gelegenheit, einen Verein in dieser Kategorie zu übernehmen“, sagte Nagelsmann, der stattdessen ab 2019 bei RB Leipzig übernimmt. Nach dem plötzlichen Abgang von Erfolgscoach Zinedine Zidane bei den Königlichen hätte sich für den gebürtigen Oberbayern die Chance auf den reizvollen Posten bei Real Madrid ergeben. Doch er lehnte ab – auch, um seinen Werten treu zu bleiben. „Das große Problem unserer Gesellschaft ist der Hang nach Maximierung. Es geht nur noch darum, krasser zu sein als der Nachbar. Das größte Auto, das größte Bankkonto, das größte Haus zu haben. Da will ich nicht dabei sein“, sagte Nagelsmann. Einfach mal Trainer von Real Madrid sein, damit man Trainer von Real Madrid ist? Das ist nicht seine Art. „Ich möchte logisch wachsen. Das geht aber nicht allein über Maximierung, sondern über die Aufgabe, die sich mir stellt“, sagte der junge Coach.
Nagelsmann räumte freilich auch ein, sich mit der Offerte der Königlichen ernsthaft beschäftigt zu haben. „Es ist auch nicht so, dass ich nicht über das Angebot nachgedacht habe. Wer würde wegdrücken, wenn Real Madrid anruft?“, so der Trainer, der 1899 Hoffenheim zweimal in Serie in den internationalen Wettbewerb führte. dpa