Nagelsmann und Lahm im Kopf

von Redaktion

Einige Neulöwen orientieren sich an den Besten der Branche – und dürfen auf Stammplätze hoffen

von uli kellner

München – Der Chef ist zurück, bleibt aber unsichtbar. „Ab Mittwoch trainieren wir die Matchtaktik für Kaiserslautern“, verriet Sportchef Günther Gorenzel und warb um Verständnis dafür, dass Daniel Bierofka, kaum von seinem Fortbildungstrip nach Finnland zurückgekehrt, erst mal die Schotten dicht macht. Wer setzt sich in der Innenverteidigung durch, wer im Tor (s. Text links)? Behauptet Stefan Lex den Platz auf der rechten Außenbahn? All diese Fragen werden hinter undurchdringlichen Barrieren beantwortet. Tendenzen gibt es jedoch – wir zeigen sie auf.

Herbert Paul: Der Rechtsverteidiger aus Schweinfurt hat im Duell mit dem jungen Eric Weeger, 21, im Moment die Nase vorn. Einst beim FC Bayern durfte Paul, 24, an der Seite von Philipp Lahm trainieren – er orientiert sich auch sportlich am Weltmeister. „Ich bin schnell, zweikampfstark und gut am Ball“, sagt er über sich selbst.

Felix Weber: Der Urlöwe aus Leidenschaft (seit 2004 im Verein) dürfte fürs Erste fein raus sein. Daniel Bierofka entschied die Kapitänsfrage frühzeitig zu Webers Gunsten – und scheint somit auch weiterhin auf seinen verlängerten Arm zu setzen. Der junge Garchinger Semi Belkahia muss sich hinten anstellen.

Simon Lorenz: Die Leihgabe aus Bochum konkurriert mit Teamsenior Jan Mauersberger um den Platz in der Innenverteidigung an der Seite von Käptn Weber. Schneller Antritt, gute taktische Ausbildung. Dreieinhalb Jahre unter Julian Nagelsmann hätten ihn in jeder Hinsicht weitergebracht, sagt der 21 Jahre alte Ex-Hoffenheimer.

Phillipp Steinhart: Vielseitig verwendbar, unverzichtbar bei ruhenden Bällen – links hinten ist der 26 Jahre alte Allrounder eine sehr solide Lösung. Das Pech von Rivale Christian Köppel ist, dass er auch stark ist, wenn er von der Bank kommt. Unvergessener Beweis: Köppels Hacken-Assist für Mölders zum 3:2 im Relegationshinspiel.

Daniel Wein: Konnte seinen Stammplatz auf der Sechs behaupten – und hat mit Wehen schon Drittligaluft geschnuppert (48 Einsätze). Sollte der „Vino“ mal alle sein, steht Kristian Böhnlein bereit.

Quirin Moll: Hat das Zeug zum Leader und soll das Spiel aus der Tiefe des Mittelfelds lenken. Moll, 27, bringt die Erfahrung aus vier Zweitligajahren mit (Dresden, Braunschweig) und sagt: „Die 3. Liga ist eher Kampf. Dafür stehe ich mit meinem Spiel.“

Stefan Lex: In der Relegation beackerte Kodjovi Koussou (derzeit angeschlagen) die rechte Außenbahn – künftig könnte sie das Revier des kickenden Löwen-Fans aus Erding sein. Die mangelnde Spielpraxis war Lex in der Vorbereitung anzumerken, doch mit regelmäßigen Einsätzen soll auch das Selbstvertrauen zurückkehren – so zumindest stellt sich die Sportliche Leitung das vor.

Nico Karger: Schnell, technisch stark, torgefährlich. Spult er ab, was er kann, ist er gesetzt auf dem linken Flügel.

Sascha Mölders: Abstieg, Aida, Allinclusive-Buffet – das war Mölders Sommer 2017. Jetzt, nach einer harten Vorbereitung, wirkt der Relegationsheld fit wie lange nicht – und hochmotiviert. Teilzeittrainer Gorenzel legt sich fest: „Für mich ist das der stärkste Mölders aller Zeiten.“

Adriano Grimaldi: Laut Mauersberger verkörpert der Torjäger aus Münster alle Tugenden, die in der 3. Liga gefragt sind. „Er ist für mich der Prototyp: robust und körperlich hart“, sagt der Vizekapitän über den 1,88 m großen Sturmtank. An der Seite von Mölders soll Grimaldi Angst und Schrecken in gegnerischen Strafräumen verbreiten.

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