Wuxi – Die Medaillenbank des legendären Tauberbischofsheimer Cheftrainers Emil Beck ist geschlossen. Um 13.06 Uhr Ortszeit in Wuxi wurde aus den schlimmen Befürchtungen bittere Gewissheit: Die deutschen Fechter beenden in China eine Weltmeisterschaft erstmals seit Wien 1971 ohne Medaille. Der völlig niedergeschlagene Sportdirektor Sven Ressel bilanzierte knapp: „Enttäuschung pur!“
Als Anne Sauer im Florett-Viertelfinale gegen Frankreichs Ysaora Thibus den Treffer zur 38:45-Niederlage hinnehmen musste, war es definitiv: Erstmals nach 47 Jahren bleiben deutsche Fechter ohne WM-Podestplatz. Die anderen Teams scheiterten im Achtelfinale. Mit Wehmut erinnern die deutschen Fechter sich nun an die Zeiten von Beck: Der 2006 gestorbene „Medaillenschmied“ führte auf dem Höhepunkt seines Wirkens Anja Fichtel, Sabine Bau und Zita Funkenhauser bei Olympia 1988 zu Gold, Silber und Bronze mit dem Florett.
Bei der WM in Wuxi fehlte den Florettherren beim 44:45 gegen Gastgeber China ein Treffer, das Damensäbel-Quartett verlor erwartungsgemäß mit 33:45 gegen den Olympia-Fünften Südkorea. Am Ende standen Platz sieben für die Florett-Damen, der Absturz des Herrenflorett-Teams auf Rang 15 und Position elf der Säbeldamen.
Doch Ressel lässt sich vom Debakel von Wuxi nicht entmutigen. „Wir haben junge Fechter mit Potenzial, die auch schon zeigen konnten, dass sie bereit sind. Diese Athleten werden wir mit aller Kraft unterstützen“, sagte er mit Blick auf die am 1. April 2019 beginnende Olympia-Qualifikation für Tokio 2020: „Wir können das schaffen. Der Glaube stirbt zuletzt.“ dpa