Holprig, aber nicht dramatisch

von Redaktion

Die C- bis D-Elf des FC Bayern unterliegt Juventus Turin mit 0:2 – Martinez’ Verletzung erweist sich als glimpflich

Philadelphia – Auf dem Platz standen junge Männer, die Hoffmann und Johansson hießen, Stanisic und Richards, Meier und Will, Zaiser und Shabani, Jeong und Tylla. Was sie an diesem Abend in Philadelphia verband, war das Trikot des FC Bayern und natürlich die Hoffnung, in diesem stolzen Verein irgendwann zur Prominenz zu gehören. Momentan sind sie noch Statisten, die in die vorderen Reihen rücken, weil die eigentlichen Hauptdarsteller mehrheitlich noch verhindert sind.

Aus Vermarktungsgründen mag die USA-Reise der Bayern wichtig sein, doch der sportliche Wert relativiert sich beim Blick auf die Aufstellung arg. Der sagenhafte „International Champions Cup“, der auch schon als Club-WM im Kleinformat bezeichnet wurde, ist bei näherer Betrachtung halt doch bloß ein Sommerlochfüller. Und so ist die 0:2-Niederlage der Bayern am Mittwochabend gegen Juventus Turin nichts, was der sportlichen Leitung Sorgenfalten auf die Stirn treiben müsste.

Niko Kovac klang dann auch sehr gefasst, als er seine erste Niederlage als Bayern-Trainer analysierte: „Ich glaube, das Ergebnis spiegelt nicht ganz den Spielverlauf wider.“ Er sei „zufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben“. Denn man muss ja auch immer bedenken, wer da spielte.

Dem 0:1 ging ein holpriger Rückpass des Aushilfs-Innenverteidigers Josip Stanisic voraus, den man von einem Mats Hummels oder Niklas Süle so eher nicht sehen würde. Sven Ulreich konnte ihn mit Mühe vor der Torauslinie abfangen, beförderte ihn aber unfreiwillig zu einem Juve-Spieler, der ihn sogleich dem Torschützen Andrea Favilli auflegte (32.). Der war auch acht Minuten später hellwach, als er von der Mittellinie auf Ulreich zuspurtete und dem Tormann keine Chance ließ.

Man tut den Bayern Unrecht, wenn man ihre Formation eine B-Elf nennt. In Wahrheit war es eine C- bis D-Elf, aber das wird schon bald niemanden mehr interessieren, zumal auch die Blessur von Javi Martinez, dem ein Gegenspieler auf die Kniekehle stürzte, sich als Bagatellverletzung (Muskelquetschung) erwies. Womöglich wird der Baske schon morgen in Miami gegen Manchester City wieder dabei sein. Juventus wird man frühestens im Frühjahr 2019 wiedersehen, wenn es in der Champions League spannend wird. Dann mit vielen klangvollen Namen auf den roten Trikots. Und Cristiano Ronaldo bei Juve. marc beyer

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