Immer positiv bleiben

von Redaktion

Der FC Bayern beendet seine USA-Reise mit einem Spiel gegen Manchester City und den Ex-Trainer Pep Guardiola

München/Miami – Wiedersehen macht bekanntlich Freude, und so wird es ein großes Hallo geben, wenn der FC Bayern am Samstagabend in Miami auf Manchester City trifft. Pep Guardiolas Zeit in München war vielleicht nicht frei von Spannungen, aber erfolgreich war sie durchaus. Und mit zwei Jahren Abstand und der räumlichen Distanz empfinden die Bayern den Katalanen auch sicher nicht mehr als so anstrengend wie manchmal an der Säbener Straße. Es dürfte also nett und harmonisch werden.

Überbewerten darf man so einen Termin aber auch nicht. Viele Spieler, mit denen Guardiola zwischen 2013 und 2016 zusammenarbeitete, sind entweder inzwischen bei einem anderen Club oder aus dem WM-Urlaub noch nicht zu den Bayern zurückgekehrt. Müller, Neuer, Lewandowski, Boateng und Kimmich wird der Trainer nicht zu sehen bekommen. Ganz abgesehen davon, dass dieser gutdotierte Kick im Hard Rock Stadium zwar mit viel Getöse zum Treffen zweier Spitzenteams hochgejazzt wird, die eigentliche Feinarbeit aber erst nach der Rückkehr aus den Staaten beginnt. Die Bayern mögen schwer dezimiert sein durch die Verpflichtungen ihrer Angestellten in den diversen Nationalteams, aber das ist nichts im Vergleich zu Guardiolas Mannschaft. Dort fehlen aktuell noch 16 WM-Teilnehmer.

Schon als junger Spieler in Barcelona, sagt Guardiola, habe er eine Lektion gelernt: „Suche nicht nach Entschuldigungen.“ So ähnlich sieht das heute auch Niko Kovac. Der Bayern-Trainer lässt sich den Spaß an der neuen Aufgabe und seinem persönlichen Aufstieg nicht von widrigen Bedingungen trüben. „Ich arbeite gerne“, ließ er dieser Tage in den USA wissen, ganz unabhängig von Faktoren wie Zeitverschiebung, PR-Terminen oder Klima-Umstellung. Kovac zeigt sich „sehr angetan von der Reise“. Und wenn die Bayern erst zurück sind, wird es noch besser. Dann steht gleich der nächste Trip an. Ohne Marketingtross, strapaziöse Quartierwechsel oder sonstigen Ballast. Mitte nächster Woche geht es entspannt an den Tegernsee, in ein Trainingslager, das den Namen im klassischen Sinne verdient und bei dem die komplette Mannschaft (mit Ausnahme des noch im Urlaub weilenden Weltmeisters Corentin Tolisso) dabei sein wird.

Die Diskussion, wie sehr Marketingreisen in ferne Länder die seriöse Saisonvorbereitung beeinträchtigen, ist diesmal deutlich leiser geführt worden als vor einem Jahr in China, wo die Bayern vier Spiele und etliche PR-Verpflichtungen zu bewältigen hatten. Diesmal ist das Programm in jeder Hinsicht überschaubar geblieben, und bis zum Bundesligastart am 24. August gegen die TSG Hoffenheim bleiben auch noch komfortable vier Wochen Zeit zur Vorbereitung. „Alles entscheidet sich im Kopf“, ist Niko Kovac überzeut. „Wenn der negativ denkt, ist es auch negativ. Wenn man positiv denkt, ist alles positiv.“ Wie er die Dinge bewertet, dürfte klar sein. marc beyer

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