London – Schnell nach dem WM-Aus der Hockey-Frauen machte Bundestrainer Xavier Reckinger deutlich: Jetzt beginnt die Vorbereitung auf Olympia 2020 in Tokio. Allerdings zunächst ohne Cecile Pieper und Nike Lorenz, die ein Auslandsemester in den USA absolvieren. Und Jana Teschke geht auf Weltreise. Ob die 28-Jährige und andere Routiniers weitermachen, ist offen. Für Kapitänin Janne Müller-Wieland, mit 279 Länderspielen die Erfahrenste, ist immerhin klar: „Mit so einem Mist höre ich nicht auf.“
Einige Spielerinnen saßen gestern bis zum frühen Morgen in der Hotelbar. Verarbeitet hatten sie die 0:1-Niederlage gegen Spanien auch einen Tag danach nicht. „Ein absoluter Albtraum“, sagte Pieper. Anne Schröder äußerte sich ebenso deutlich: „Uns geht es einfach immer noch beschissen.“ Sturmkollegin Charlotte Stapenhorst ergänzte ungläubig: „Du wachst nach so einem Tag auf und weißt einfach nicht, was du denken sollst.“
Die Erschütterung ist groß bei dem Team, das mit Siegen gegen Südafrika (3:1), Argentinien (3:2) und Spanien (3:1) souverän durch die Gruppenphase marschiert war. Aber auch die Selbstkritik: „Unsere Mannschaft ist noch nicht reif genug. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen“, sagte Franzisca Hauke. Müller-Wieland: „Ich fand uns gehemmt.“ Coach Reckinger sprach von „zwei, drei Spielerinnen, die nicht auf ihrem Niveau waren. Vielleicht war der Druck zu groß.“ dpa/sid