Barcelona statt Bayern

von Redaktion

Vidal soll bei den Katalanen einen Dreijahresvertrag erhalten

München – Erst strampelten Hasan Salihamidzic und Arturo Vidal Seite an Seite am Rande des Trainingsplatzes in Rottach-Egern auf dem Ergometer, am Freitagnachmittag verschwanden der Sportchef und der Mittelfeldmann dann aus dem Teamhotel – um die letzten Details eines Wechsels zu klären? Der Chilene soll mit dem FC Barcelona einig sein. Vidal erhält bei den Katalanen einen Dreijahresvertrag und kassiert neun Millionen Euro pro Saison, heißt es.

Der 31-Jährige gilt in München trotz eines Vertrags bis 2019 als überzählig, weil das zentrale Mittelfeld üppig wie lange nicht mehr bestückt ist, sein Körper nicht mehr so robust wie einst ist und man irgendwo mal den viel zitierten Umbruch starten muss. Für die Zukunft stehen Namen wie Leon Goretzka, 22, oder Renato Sanches, 23, wobei die Trennung von Vidal ein Wagnis ist; einen wie den „Krieger“ hätte Bayern nicht mehr in den Reihen, eher viele Freigeister, und im Zweifel spielt man lieber mit als gegen den grimmigen Chilenen.

Vidal kam 2015 zum FC Bayern, er brachte es auf eine stolze Bilanz: Von 2012 bis 2015 war er mit Juventus Turin in Italien Meister geworden, diese Serie setzte er in der Bundesliga mit den Titeln bis einschließlich 2018 ohne eine Unterbrechung fort. Der FC Barcelona kann sich freuen; die Katalanen sichern sich einen Meisterschaft-Garanten. Allerdings: fix ist nichts. Vidal habe sich noch nicht verabschiedet, sagte Thomas Müller am Freitagmittag.

Als Ablöse sind 30 Millionen Euro im Gespräch, im Fall Jerome Boateng werden noch mal 20 Millionen mehr aufgerufen. Am Innenverteidiger sind Paris St. Germain und Manchester United, am Sonntag zu einem Test Gast in der Allianz Arena, interessiert. Das Duell mit seinem potenziellen neuen Arbeitgeber dürfte Boateng aber verpassen; wegen Trainingsrückstand sind die WM-Fahrer da noch nicht gefordert. Einem möglichen Tausch mit dem Franzosen Anthony Martial schoben die Münchner einen Riegel vor: Man habe bereits vier Außenstürmer, ließ man wissen. ANDREAS WERNER

Artikel 1 von 11