„Samstagmittag, und die Theke ist voll“, singt Helge Schneider in seinem albernen Lied „Wurstfachverkäuferin“, das in der Refrainzeile mündet: „Ja, die Wurst ist mein Lebenssinn.“ Eine Strophe, die der kleine Metzgerbetrieb am Wiener Platz wohl nicht so unterschreiben würde. Dem Schild im Schaufenster nach ist der Lebenssinn des Inhabers ein anderer. „Sechzge spuid“, steht drauf unter dem Hinweis auf verkürzte Öffnungszeiten: „Am Samstag ab 13 Uhr geschlossen.“ Denn: Eine Stunde braucht es sicher, um „den ganzen Kladderadatsch in die Kühlkammer zu schieben“ (noch mal Helge S.) und rechtzeitig in die Tram nach Giesing zu steigen, wo um 14 Uhr das Heimspiel gegen Lotte angepfiffen wird.
Wie sagte Präsident Robert Reisinger bei seiner Rückschaupressekonferenz? „Die positive Energie, die uns in Giesing entgegenschlägt, überträgt sich auf die Mannschaft und den ganzen Verein.“ Exemplarisch dafür steht nicht nur der Haidhauser Metzger mit dem Löwen-Herz, es sind auch all die Kneipen und Kioske gemeint, wo sich vor und nach den Spielen Fans auf ein, zwei, drei Halbe versammeln. Und überhaupt: 1860 als Stadtviertelverein boomt. Der TSV sammelt Pluspunkte nicht nur im Stadtrat, wo man eine Rückkehr ins 60er-Stadion lange skeptisch sah, sondern auch vermehrt bei jugendlichen Fußballanhängern, die jetzt sogar eine offizielle Anlaufstelle haben: Das sog. „Mein Verein für alle Zeit“-Kollektiv richtet sich an potenzielle Ultras, die gewillt sind, „Schritt für Schritt in die aktive Fanszene hineinzuwachsen“ (Quelle: muenchnerloewen.de). Mitgliedsgebühr pro Saison: 18,60 Euro. ulk