München – Egal, was bei der EM in Berlin passiert, für Tobias Potye ist dieser Sommer bereits ein Erfolg. Der 23 Jahre alte Hochspringer schaffte es in den vergangenen Monaten, sein großes Potenzial abzurufen und sich in der nationalen Spitze zu etablieren. Bereits Anfang Juni übersprang er 2,27 Meter und brach den bayerischen Rekord.
Auch sonst zeigte sich Potye konstant und sicherte sich Silber bei den Deutschen Meisterschaften mit 2,22 m, obwohl ihm der World Cup in London „noch schwer in den Beinen steckte“. In den letzten Jahren hatte der 1,98 Meter große Student immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Zweifel kamen auf, ob es nicht vielleicht doch besser wäre, dem Kunst-und-Multimedia-Studium dem Vorzug vor dem Sport zu geben. „Aber der Fortschritt, den ich in den letzten ein, zwei Jahren erzielt habe, ist ausschlaggebend für mich, um zu sagen: Ja, es macht Sinn, der Leistungssport ist eine Option.“
Bereits 2013 wurde Potye U20-Europameister, bei der Heim-EM wird er sich nun erstmals auf der ganz großen Bühne präsentieren dürfen. Als Ziel hat der Athlet, der für die LG Stadtwerke startet, den Einzug ins Finale vorgenommen. Und es gibt noch ein weiteres, übergeordnetes Ziel, das sich der Aschheimer vor diesem Sommer gesetzt hat: Er will die 2,30 m überspringen – und sagt mit Blick auf den Wettkampf in der Hauptstadt: „Ich glaube dran, dass ich sie springen kann. Super wäre, wenn es mir in Berlin gelingen könnte.“
Die Höhenjagd ist verlockend, vor allem will der Münchner aber technisch saubere Sprünge zeigen. Denn für das Finale, so glaubt er, könnten dieses Mal vielleicht auch schon 2,24 m reichen. christian stüwe