Glasgow – Well done, Wellbrock! Mit seinem EM-Sieg in Glasgow hat sich Schwimmer Florian Wellbrock endgültig in der Weltspitze etabliert. Das Gold über 1500 Meter Freistil in deutscher Rekordzeit soll aber erst der Anfang sein, der 20-Jährige hat das Potenzial zum Olympiasieger. Im Becken und im Freiwasser.
„Jetzt geht es erst richtig los“, sagte sein Heimtrainer Bernd Berkhahn mit Blick auf die Sommerspiele 2020: „Er war der Jüngste im Finale und ist Erster geworden. Er hat eine große Perspektive für die kommenden Jahre.“
Am Samstag wechselt der Magdeburger ins Freiwasser und tritt dort mit Freundin Sarah Köhler in der 4×1,25-km-Staffel an. Über die olympische 10-km-Strecke hat Wellbrock im Juni einen Weltcup gewonnen und Olympiasieger Ferry Weertman (Niederlande) geschlagen. In Tokio peilt er einen Doppelstart an – mit glänzenden Aussichten.
Erstaunlich ist, wie der Freistilschwimmer mittlerweise mit seiner Nervosität umgeht. Wegen der war er bei Olympia in Rio mit Platz 32 noch „voll auf die Schnauze gefallen“, wie er selbst zugab. Doch inzwischen hat er sie deutlich besser im Griff, vom enttäuschenden vierten Platz seiner Freundin Köhler über 800 m ließ er sich nicht runterziehen.
„Natürlich tat es mir für sie leid, aber ihre schlechte Form ist nicht für meine Form verantwortlich“, sagte Wellbrock. Der WM-Siebte will sich nicht ablenken lassen. Auf seiner Brust hat er sich einen Spruch aus einem Sido-Song tätowieren lassen: „Genieße dein Leben ständig, denn du bist länger tot als lebendig.“ sid