Berlin – Der ukrainische Geher Marjan Sakalnyzkij hat in der Hitzeschlacht von Berlin triumphiert und das erste Gold bei der Leichtathletik-EM in der Hauptstadt geholt, Carl Dohmann mit Platz fünf für das beste deutsche Ergebnis über 50 Kilometer seit 28 Jahren gesorgt.
Sakalnyzkij setzte sich gestern über 50 Kilometer rund um den Breitscheidplatz bei Temperaturen deutlich über 30 Grad Celsius in 3:46:32 Stunden durch. Silber ging an Rio-Olympiasieger Matej Toth aus der Slowakei (3:47:27). Toth war im Vorjahr wegen Unregelmäßigkeiten in seinem Blutpass suspendiert, aber später freigesprochen worden. Bronze holte der Weißrusse Dmitri Dsjubin (3:47:59). Weltmeister und Weltrekordler Yohann Diniz (Frankreich) war verletzungsbedingt nicht am Start.
Bei der EM-Premiere der Frauen über 50 Kilometer siegte die portugiesische Favoritin Ines Henriques. Die 38-Jährige, im Vorjahr in London auch erste Weltmeisterin über diese Distanz, siegte in 4:09:21 Stunden vor der Ukrainerin Alina Zwilij (4:12:44) und Julia Takacs aus Spanien (4:15:22). Deutsche Geherinnen waren nicht am Start.
Der 28 Jahre alte Dohmann (Baden-Baden), Schützling des zweimaligen Olympiateilnehmers Robert Ihly, zeigte eine mutige Vorstellung und kam angesichts der schweren Verhältnisse in ausgezeichneten 3:50:27 Stunden ins Ziel. „Ich bin absolut zufrieden. Es wr taktisch gut, dass ich lange abgewartet habe“, sagte Dohmann, der sich vom 13. Platz kontinuierlich nach vorne gearbeitet hatte: „Mir ist bewusst, dass viele Hoffnungen darauf geruht haben, dass die die deutschen Geher hier mal gut abschneiden. Am allerbesten wäre irgendwann mal eine Medaille.“
Nathaniel Seiler (Bühlerthal) zeigte als Siebter mit 3:54:08 Stunden ebenfalls eine starke Vorstellung. Karl Junghannß (Erfurt) wurde noch vor der Halbzeit des Rennens disqualifiziert. sid