München – Gestern Mittag wurde die Sache fix: Managerin Karin Danner und Kristin Demann setzten ihre Namen unter einen neuen Kontrakt, der die Defensivallrounderin langfristig an den FC Bayern bindet. Demanns Arbeitsverhältnis lief sowieso über den kommenden Sommer hinaus, aber da beide Seiten nach nur einem gemeinsamen Jahr so zufrieden sind, hatte man sich schnell geeinigt, alles auf eine noch breitere Basis zu stellen. Das neue Papier gilt bis 2021.
„Sie ist nach ihrem Wechsel aus Hoffenheim im letzten Sommer unglaublich schnell bei uns gereift und praktisch nicht mehr wegzudenken“, so Karin Danner, „die Vertragsverlängerung dokumentiert wieder mal, dass wir hier ein zukunftsfähiges Projekt sind – eine gefragte Nationalspielerin bindet sich unter solchen Umständen nicht einfach so, wenn sie nicht fest von der Sache überzeugt wäre.“
Die 25-Jährige ist in ihrer Einstandssaison 19 Mal für die Bayern aufgelaufen, doch es stünden weit mehr Partien auf ihrer Habenseite, hätte sie nicht zwischendurch wegen einer Schulter-Operation aussetzen müssen. Die Nationalspielerin eroberte sich umgehend einen Stammplatz und gehörte binnen weniger Wochen zum Kreis der Spielerinnen, die den Ton angeben. In einigen Partien trug sie sogar schon die Spielführerbinde.
Karin Danner vergleicht sie bereits seit längerem mit Melanie Behringer, weil es sowohl in der fußballerischen Anlage als auch in der Persönlichkeitsstruktur Parallelen gibt. „Ich traue es ihr zu, dass sie in Mels Fußstapfen tritt, wir sehen in ihr eine wichtige Stütze über Jahre hinaus“, so die Managerin. Der Plan ist, Figuren wie Demann länger zu binden und um sie herum ein Korsett aufzubauen, das in den kommenden Jahren nur noch punktuell ergänzt werden muss – zumal in den eigenen U-Mannschaften große Talente schlummern, wie Danner versichert.
Demann ist in jeder Hinsicht eine neue Melanie Behringer, denn der Werdegang der Kapitänin, die nach einer Knie-Operation am Comeback arbeitet, ist den Umständen in der Vergangenheit geschuldet noch anders verlaufen. Sie verließ die Münchner einst, weil sie nur in der Ferne die Chance hatte, große Titel zu erringen. Erst nach vier Jahren beim 1. FFC Frankfurt kehrte sie zurück, weil sich auch Bayern inzwischen zu einer absoluten Top-Adresse entwickelt hatte. „Ich fühle mich hier unheimlich wohl, die Bedingungen sind hervorragend und die Mannschaft ist sehr ambitioniert. Dieses Team hat Großes vor“, sagt hingegen Kristin Demann, die für eine neue Generation Melanie Behringer steht: Um Erfolge feiern zu wollen, muss man nicht mehr gehen. Man bleibt einfach. Gerne länger.