Osnabrück – Der verhinderte Held trug ein lila VfL-Trikot – und er sah auch sonst keinen Grund, negativ über seine Rückkehr nach Osnabrück zu sprechen. Außer natürlich, dass ihn der spät verschenkte Sieg zutiefst ärgerte. Aber das Pfeifkonzert bei jedem Ballkontakt? „Ist doch geil, wenn man ausgepfiffen wird. Dann weiß man, dass man was geleistet hat“, sagte Adriano Grimaldi, der zwischen 2012 und 2014 für Osnabrück Tore am Fließband geschossen hatte: „Die Pfiffe zeigen doch nur, dass sie mich kennen…“
Die ganze Liga kennt Grimaldi inzwischen, der Deutsch-Italiener ist ja seit dem 5:1-Sieg gegen Lotte gefeierter Bestandteil des sogenannten „Ochsensturms“ (an der Seite von Relegationsheld Sascha Mölders). Auch gestern war Grimaldi gut drauf. Er hatte die Löwen mit 1:0 in Führung gebracht und musste dann von der Bank aus ertragen, wie sein früherer Verein einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand egalisierte. „Ich lasse mich nie mehr auswechseln“, sagte er mit Blick auf die hitzige Schlussphase: „Das ist Wahnsinn. Die Uhr vergeht einfach nicht … Wir haben ja gut verteidigt bis zum Freistoß, aber Osnabrück hat gedrückt bis zum Ende.“
Grimaldi kennt noch ein paar Lilaweiße aus seiner Zeit beim VfL. Doch zumindest er sei im Guten geschieden damals – und auch gestern war er nur sauer, weil es sportlich für seinen neuen Verein nur zu einem statt zu drei greifbaren Punkten gereicht hat. „Eigentlich ist es eine Niederlage, wenn man in der letzten Minute das Tor kriegt“, sagte er. Was besser werden muss, wollte er zunächst nicht sagen, um nicht als Besserwissen dazustehen.
Grimaldi hat aber schon ein paar Jahre in Münster verbracht, zuletzt sehr erfolgreiche in Münster, wo er Kapitän war und Toptorjäger. Also sagte er eher allgemein: „Wir haben viele Dinge richtig gemacht, und die paar Kleinigkeiten, die wir besser machen können, müssen wir abstellen.“ ulk