Perfektes Timing

von Redaktion

Tina Punzel und Lou Massenberg starten mit Gold vom Drei-Meter-Brett – Freiwasser-Silber und 800-m-Bronze

Edinburgh – Tina Punzel und Lou Massenberg haben mit Gold im Mixed-Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett den Medaillensatz der deutschen Wasserspringer bei den European Championships komplettiert. Die 23 Jahre alte Dresdnerin und der erst 17-jährige Berliner kamen im Royal Commonwealth Pool in Edinburgh auf 313,50 Punkte. „Ich bin super glücklich“, sagte Punzel.

Am Montag hatte Massenberg mit Maria Kurjo Silber im Mixed-Team-Wettbewerb gewonnen. Kurjo und Elena Wassen holten Bronze im Synchronspringen vom Turm.

Beim EM-Titel von Punzel und Massenberg ging Silber an die Briten Ross Haslam und Grace Reid (Großbritannien/308,67), die Bronzemedaille schnappten sich Viktorija Kesar und Stanislaw Oliferschyck (291,81/Ukraine). „Mit einer super starken Leistung hat sich unser Team den EM-Titel verdient“, sagte Lutz Buschkow. Der Bundestrainer hob die Nervenstärke hervor.

„Wir haben uns auf uns konzentriert und unser Ding gemacht“, sagte Punzel. „Es hätte nicht besser laufen können. Es ist für mich der perfekte Start in die Wettkämpfe.“ Punzel will in Schottland noch im Einzel- und Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett sowie vom Einer an den Start gehen. Im vergangenen Jahr hatten Punzel und Massenberg bei der EM in Kiew Bronze gewonnen.

Etwa 80 Kilometer weiter, im Loch Lomond, hatte Leonie Beck für ausschweifenden Jubel keine Kraft. Die Freiwasserschwimmerin musste nach ihrem Silber-Coup husten, nahm die Schwimmbrille ab und schnaufte erst einmal kräftig durch. Beck, 21, schwamm eine Zeit von 56:17,8 Minuten und musste sich nur Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden geschlagen geben, die im Fünf-Kilometer-Rennen bei den European Championships nach 56:01,0 Minuten anschlug. Bei den Männern belegte Rob Muffels Rang vier.

„Es war am Ende ziemlich hart, ganz schön anstrengend, aber zum Glück hat es gut funktioniert“, sagte Beck und gab die Devise vor: „Jetzt muss ich mich erholen. Erholen, erholen, erholen.“

Van Rouwendaal und Beck hatten sich schon recht früh im Rennen von der Konkurrenz abgesetzt. Zunächst hielt Beck im kühlen Wasser des schottischen Sees mit der starken Niederländerin sogar noch mit, musste dann aber abreißen lassen. „Nach der Boje ist sie weggeschwommen. Da habe ich einen kleinen Fehler gemacht und sie nicht halten können“, erklärte sie. Hinter ihr versuchten Bruni und deren Landsfrau Arianna Bridi nochmal heranzukommen, doch Beck hielt sie auf Distanz.

Im Becken holte Florian Wellbrock seine zweite Medaille. Drei Tage nach Gold über 1500 m Freistil war der neue Schwimmstar auch mit Bronze im 800-m-Finale in deutscher Rekordzeit glücklich. „Bestzeit und Bronzemedaille – viel kann man da nicht meckern“, sagte der 20 Jahre alte Magdeburger, dem für einen zweiten Triumph die Kraft gefehlt hatte: „Ich habe gemerkt, dass mir das 1500-m-Rennen richtig in den Knochen steckte.“

Bundestrainer Henning Lambertz war dennoch voll des Lobes: „Der Junge ist zurzeit auf Wolke sieben, auf einem anderen Stern.“ Wellbrocks 7:45,60 Minuten waren aber nicht gut genug, um den ukrainischen Sieger Michailo Romantschuk und den italienischen Olympiasieger Gregorio Paltrinieri abzufangen.  dpa/sid

Artikel 1 von 11