Rostock – Ärger, Enttäuschung – und ganz viel Trotz: Nach dem unerwarteten Erstrunden-Aus im DFB-Pokal bei Hansa Rostock mühten sich die Verantwortlichen und die Spieler des VfB Stuttgart, vor dem Saisonstart in der Bundesliga keine Verunsicherung aufkommen zu lassen. „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir müssen nach vorne blicken, aber das Ergebnis haut uns nicht um“, versicherte Trainer Tayfun Korkut nach dem 0:2 beim Drittligisten.
Für den 44-Jährigen war es der erste Rückschlag seit seinem Amtsantritt bei den Schwaben Ende Januar. Er führte den damals noch abstiegsgefährdeten Club bis auf Rang sieben und nahe an die Europa League heran. Vielversprechende Neuzugänge wie Rückkehrer Daniel Didavi, der Ex-Dortmunder Gonzalo Castro und der Argentinier Nicolás Gonzalez sowie eine nahezu perfekte Vorbereitung schürten die Euphorie – und nun der Dämpfer in Rostock.
„Es ist immer gefährlich, wenn du in der Vorbereitung alles gewinnst und alle große Erwartungen schüren. Es ist ein Schuss vor den Bug“, sagte Mittelfeldspieler Dennis Aogo und blickte voraus auf den nächsten Sonntag mit der Partie bei Mainz 05: „Ich hoffe, wir ziehen die richtigen Lehren und zeigen am Wochenende ein anderes Gesicht.“
Zum vierten Mal nach 1992, 1999 und 2005 war für die Stuttgarter im DFB-Pokal Endstation an der Ostseeküste. Trotz aller Überlegenheit waren sie am Samstag nie zwingend genug, um das Gegentor des Rostockers Cebio Soukou (8. Minute) – nach Fehler von VfB-Verteidiger Holger Badstuber – auszugleichen. Mirnes Pepic (84.) sorgte mit seinem Treffer zum Endstand für den Start der Hansa-Party vor 24 500 Zuschauern.
„Nach dem 0:2 war die Messe gelesen“, sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke. Er bat nach der Pleite um Geduld. „Wir waren uns immer im Klaren, dass die Mannschaft Zeit braucht, um den Rhythmus aufzunehmen.“ dpa