München – Gianluigi Buffon ist eine Ikone, daran lässt sich nicht rütteln. Mit nunmehr 40 Jahren hat sich der Italiener Paris St. Germain angeschlossen – und dort schreibt er ein neues kurioses Kapitel seiner außergewöhnlichen Vita: Im Kader steht Timothy Weah, der 18-jährige Sohn des früheren Weltfußballers George Weah. Am Sonntag spielte PSG gegen Guincamp – dort agierte Marcus Thuram, 21, und Junior von Weltmeister Lilian Thuram. Buffon spielte bereits zu Zeiten der Väter.
Einmal kreuzten sich die Wege der Drei sogar in einer Partie: Am 21. August 1999 traf der AC Mailand im italienischen Supercup auf den AC Parma. Mit von der Partie waren der 21-jährige Buffon und Thuram, damals 27, auf Seiten von Parma. Bei Milan stürmte Weah, er zählte 32 Jahre. Buffon und Thuram gewannen 2:1. Nun kam es zu einer speziellen Neuauflage der Familiengeschichte. Diesmal gewannen Buffon und Weah jr. gegen Thuram jr. mit 3:1. Nach der Partie tauschte der ewige „Gigi“ mit dem Sohn seines früheren Weggefährten das Trikot. Das Dress dürfte einen besonderen Platz in der Sammlung bekommen.
George Weah ist seit Januar der 25. Präsident Liberias. Der 1995 zum Weltfußballer gekürte Ex-Stürmer gilt in seiner Heimat als Volksheld. Seine größten Erfolge hatte er in den 90ern bei AS Monaco, Paris St. Germain und dem AC Mailand. Später nutzte er seine Popularität politisch, scheiterte 2005 mit seiner Kandidatur als Präsident und ließ aber nicht locker.
Lilian Thuram ist bis heute mit 142 Länderspielen Frankreichs Rekordnationalspieler. 1998 gewann er die WM und 2000 die EM. Von 2001 bis 2006 spielte er mit Buffon erneut Seite an Seite, das Duo war gemeinsam zu Juventus Turin gewechselt. Später verteidigte er noch für den FC Barcelona, und kurioserweise hätte er 2008 auch beinahe noch bei Paris St. Germain unterschrieben. Er fiel aber beim Medizincheck durch und machte Schluss. Bis Buffon nach Paris kam, hätte er jedoch sowieso nie durchgehalten. Stattdessen stehen aber nun halt die Junioren ihren Mann. ANDREAS WERNER