Hertha schafft’s spät, Freiburg noch später

von Redaktion

Der Berliner Vedad Ibisevic trifft in Braunschweig sieben Minuten vor Spielende, der SC muss in Cottbus sogar ins Elfmeterschießen

Braunschweig/Cottbus – Mit viel Glück und guten Nerven im Elfmeterschießen hat sich der SC Freiburg in die zweite Pokalrunde gerettet. Als der vierte Schiedsrichter am Montag fünf Nachspielminuten anzeigte, sah es noch nach einer Blamage des Fußball-Erstligisten aus. Doch in der ersten Zusatzminute verhinderte Kapitän Mike Frantz mit einem Schuss unter die Latte das Pokal-Aus. Der Ex-Cottbuser Nils Petersen brachte den Favoriten in der Verlängerung im zweiten Versuch in Führung (99.), nachdem Energie-Keeper Avdo Spahic den Elfmeter noch pariert hatte.

Doch der kampfstarke Drittligist FC Energie schlug vor 15 245 Fans durch Fabio Viteritti (103.) noch einmal zurück. Erst das Elfmeterschießen entschied mit 5:3 für Freiburg, nachdem es nach 120 Minuten 2:2 (0:1, 1:1) gestanden hatte. Der Cottbuser Tim Kruse schoss seinen Elfmeter über das Tor. Alle Freiburger verwandelten.

Schon im Vorjahr war Energie in der ersten Pokalrunde erst im Elfmeterduell am Erstligisten VfB Stuttgart gescheitert. Der Brasilianer Marcelo Freitas hatte die Lausitzer zwar in Führung gebracht, doch Freiburg rettete sich erst spät – und dann noch ganz spät.

In Braunschweig hat sich derweil Hertha BSC vor einer Erstrunden-Blamage gerettet. Ein Traumtor von Marvin Plattenhardt und ein eiskalter Konter von Vedad Ibisevic haben dem Bundesligisten den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals beschert. Die Berliner gewannen am Montagabend mit 2:1 (1:0) beim Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig.

Zunächst brachte der Nationalspieler Plattenhardt den Favoriten durch einen Volleyschuss aus 25 Metern in Führung (38. Minute). Und als die Braunschweiger in der Schlussphase noch den Ausgleichstreffer durch Mergim Fejzullahu feierten (81.), traf Ibisevic im Gegenzug zum 2:1 (83.). Seit 33 Jahren träumt die Hertha davon, endlich einmal ein Pokal-Endspiel im heimischen Olympiastadion zu erreichen. Nach diesem glücklichen Erfolg in Braunschweig fehlen der Mannschaft von Trainer Pal Dardai dazu nur noch vier Siege.

Die Eintracht hat nach ihrem unerwarteten Abstieg eine völlig neue Mannschaft aufgebaut. Aus der alten Stammelf stand nur der Norweger Gustav Valsvik auf dem Platz.

Dardai dagegen setzte am Montagabend keinen einzigen Neuzugang ein. Eine halbe Stunde lang verweigerte dieses an sich eingespielte Team seine Teilnahme an diesem Spiel. Die Hertha schoss in den ersten 30 Minuten kein einziges Mal auf das Braunschweiger Tor. Doch auch sie rettete sich – wenn auch nicht ganz so spät wie Freiburg.  dpa

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