DEUTSCHLAND-TOUR

Neustart mit Staraufgebot

von Redaktion

Bei der erstmals seit 2008 wieder veranstalteten Deutschland-Tour starten Spitzenfahrer wie Thomas und Dumoulin

Koblenz – Die deutsche Sprinterelite mit Marcel Kittel und Andre Greipel will zum Auftakt glänzen. Tour-Champion Geraint Thomas und der Niederländer Tom Dumoulin treffen sich zur ersten kleinen Revanche seit der Frankreich-Rundfahrt. Die deutschen Youngster um Maximilian Schachmann und Pascal Ackermann wollen die Etablierten ärgern. Die Neuauflage der Deutschland-Tour nach zehnjähriger Abstinenz verspricht bei ihrem Streifzug durch fünf Bundesländer vier sportlich reizvolle Tage.

„Das Fahrerfeld ist wirklich sehr stark, es liegt über dem, was man erwarten konnte“, sagte Rundfahrt-Chef Claude Rach. Ein solches Staraufgebot bei einem neuen Rennen sei wohl einmalig, ergänzte er. „Super cool“ findet Kittel die Teilnahme der Top-Fahrer Thomas und Dumoulin, die ihr erstes Etappenrennen seit dem Ende der Tour de France vor knapp einem Monat absolvieren.

Auch hier erwies sich als günstig, dass die Amaury Sport Organisation (ASO), der Tour-Veranstalter und mächtige Interessenvertreter im Radsport, die Verantwortung für die Wiederbelebung des Rennens in Deutschland übernahm. „Die ASO hat sich nicht lumpen lassen“, sagte Kittel, der selbst nur heute auf dem ersten Teilstück zwischen Koblenz und Bonn (157 km) eine Siegchance hat.

Allerdings bleibt der Thüringer angesichts seiner überwiegend enttäuschenden Saison eher zurückhaltend. „Ich werde mich nicht unter Druck setzen, ich bin im Moment nicht da, wo ich sein will“, sagte er. Die Favoriten seien andere: Greipel oder der forsche deutsche Meister Ackermann (24), der dieses Jahr seinen Durchbruch erlebte und trotz eines Sturzes bei den Hamburg Cyclassics in guter Form sein dürfte.

Um den Gesamtsieg und das rote Trikot des Führenden kämpfen jedoch andere. Die zweite Etappe durch die Eifel von Bonn nach Trier (196 km) bietet ebenso wie die dritte nach Merzig (177 km) ein Profil, das einem Ardennen-Klassiker ähnelt. Hier müssen Thomas, Dumoulin oder der französische Star Romain Bardet wachsam sein. Schachmann (24) dagegen, der dieses Jahr eine Bergetappe des Giro d’Italia gewann, könnte attackieren: „Ich dachte: Perfekt! Da kann man das Rennen schön schwer machen.“

Der Berliner aus dem Team Quick-Step Floors präsentierte sich zuletzt in starker Verfassung, gewann EM-Bronze im Zeitfahren und wurde Gesamtvierter der BinckBank-Tour in Belgien und den Niederlanden. „Er hat an den Anstiegen überzeugt“, sagte sein Sportlicher Leiter Davide Bramati, „wenn er so weitergemacht, wird es interessant.“

Ex-Profi Fabian Wegmann, der maßgeblich den Kurs der Neuauflage konzipierte, setzt auf eine Entscheidung am Sonntag beim letzten Abschnitt von Lorsch nach Stuttgart (207,5 km). Dort wurde die Passage über den Herdweg eingebaut, bereits bei der WM 2007 entscheidend. „Wir wollen es spannend bis zum Schluss machen“, sagte Wegmann.  sid

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