Spa – Der Pleite-Rennstall Force India ist vor dem Formel-1-Rennen in Belgien gerettet – und darf künftig unter dem neuen Namen Racing Point an den Start gehen. Der Weltverband FIA genehmigte gestern nach kniffligen Verhandlungen die Neuzulassung des Teams mit neuen Eigentümern und neuem Titel. Dafür muss der zuletzt insolvente Rennstall allerdings seine bisher errungenen 59 Punkte in der Konstrukteurswertung aufgeben, da die ursprüngliche Formel-1-Zulassung erloschen ist.
Für Racing Point ist das eine neuerliche finanzielle Bürde, weil die Teamwertung jeweils am Saisonende über die Verteilung der Preisgelder entscheidet. Dennoch sagte der zum Teamchef beförderte Otmar Szafnauer: „Damit beginnt für uns eine neue und aufregende Ära.“ Rund 400 Arbeitsplätze seien nun wieder gesichert. Auch FIA-Präsident Jean Todt und Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey begrüßten die Einigung. „Es ist enorm wichtig, dass wir ein komplettes Feld mit wettbewerbsfähigen Teams in der Formel 1 haben“, sagte Carey. Force India war vor der Sommerpause in die Insolvenz gerutscht, weil Stammfahrer Sergio Perez und Motorenlieferant Mercedes ausstehende Zahlungen in Millionenhöhe einforderten. Wegen des sportlichen Potenzials des Teams gab es mehrere Bieter für eine Übernahme. Den Zuschlag erhielt dann eine Gruppe unter Führung des kanadischen Milliardärs Lance Stroll.
Allerdings gab es zunächst auch Widerstand bei einigen Konkurrenz-Teams gegen den Deal. Vor allem Williams, das ebenfalls von Stroll unterstützt wird und dessen Sohn Lance als Fahrer beschäftigt, fürchtet den Verlust seines Geldgebers.
Neben dem Mexikaner Perez wird beim 13. Saisonlauf am Sonntag in Spa der Franzose Esteban Ocon für Racing Point fahren. Es wird jedoch spekuliert, dass schon in der kommenden Woche in Monza Lance Stroll zum neuen Projekt seines Vaters wechseln könnte. dpa