Wo sind die Stärken, wo die Schwächen der Bundesligisten? Pro Club ein Hinweis anhand der Daten aus der letzten Saison, wie das jeweilige Team zu knacken ist – und in welchen Kategorien Vorsicht geboten ist.
FC Bayern: Nur vier Kontertore war 2017/18 die magerste Ausbeute der letzten 20 Jahre. Lediglich Mainz und der Absteiger Hamburger SV sind letzte Saison in der Kategorie schwächer gewesen. Allerdings ist der Wert verständlich: Bayerns Spiel ist auf Ballbesitz ausgerichtet, da sind Konter kein Stilmittel. Schalke: 26 Mal trafen die Gelsenkirchner nach Standards, Spitzenwert der Liga. Nur einmal mehr traf Schalke aus dem Spiel heraus. Hoffenheim: Als einzige Mannschaft gab die TSG gleich elf Mal eine Führung aus der Hand (sieben Unentschieden, vier Niederlagen). Nach Freiburg stellte man das zweitlaufstärkste Team (119,2 Kilometer im Schnitt), doch in der zweiten Hälfte zollte man Tribut: doppelt so viele Gegentore wie in Durchgang eins (32/16). Dortmund: 17 verschiedene Torschützen – mehr hatte der BVB noch nie in einer Saison. Aber schwach in der Luft: vier Kopfballtore sind die schlechteste Ausbeute seit Datenerfassung. Auf der Gegenseite kassierte Dortmund zehn Treffer per Kopf – Negativmarke der Liga. Leverkusen: Leon Bailey war der Shootingstar der letzten Saison – allerdings baute er ab: 15 Scorerpunkte sammelte er in den ersten 20 Spielen, danach war er nur noch an einem Tor beteiligt. Leipzig: Elf Kontertore sind der Top-Wert der Liga. Ebenfalls Meister im Umschaltspiel: 17 Treffer unmittelbar nach Ballgewinn.
Stuttgart: Trotz langer Abstiegsgefahr stellte der VfB hinter Bayern die zweitbeste Abwehr (36 Gegentore). Dazu waren die Konter top: zehn erfolgreiche Gegenstöße bedeuten Platz zwei hinter Leipzig. Frankfurt: Zehn Gegentore durch Joker – kein Bundesligist reagierte nach Einwechslungen so sträflich wie das Team unter dem damaligen Coach Niko Kovac.
Gladbach: Auf den Punkt da: neun Treffer in den ersten 15 Minuten sind nach dem FC Bayern (zehn Tore) die beste Startbilanz. Hertha: Trotz 120 Versuchen blieben die Berliner der einzige Bundesligist, die keinen Treffer von außerhalb des Strafraums erzielten. Bremen: Werder ist das einzige Team, das 2017/18 keinen Elfmeter zugesprochen bekam. Manko an Tempodribblings. Augsburg: Philipp Max schlug die meisten Flanken (130) und gab die meisten Torschussvorlagen (99). Er bereitete 13 Treffer vor. Das ist reif für Joachim Löw. Hannover: Die Niedersachsen haben in Ihlas Bebou den schnellsten Spieler der Bundesliga: Der Togolese wurde mit 35,3 km/h gemessen. Mainz: Neun Gegentore nach Ecken sind der schlechteste Wert der Liga. Insgesamt ist man bei Standards anfällig: 20 Treffer. Freiburg: Mit 119,3 Kilometern im Schnitt waren die Breisgauer in der vergangenen Saison das laufstärkste Team der Liga. Allerdings war es viel Arbeit gegen den Ball: mit 45,3 Prozent hatte der SC die geringsten Spielanteile von allen Clubs. Wolfsburg: Neun Mal wurde auf den Punkt gezeigt – kein anderer Bundesligist agiert so ungeschickt im eigenen Strafraum. Düsseldorf: Obwohl Meister in der Zweiten Liga, hatte die Fortuna eine negative Torschlussbilanz: Nur 457 Schüsse gab man ab, 492 ließ man zu. Nürnberg: Die Franken haben ein Sicherheitsrisiko zwischen den Pfosten: Vier Mal patzte der Mann im Tor folgenschwer, drei Mal davon war es Fabian Bredlow, der aber Nummer 1 blieb. ANDREAS WERNER