Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA, hat IOC-Präsident Thomas Bach scharf für dessen Aussagen im Anti-Doping-Kampf kritisiert. „Es ist ein harter Kampf, aber der oberste Chef des Sports kann nicht einfach das Handtuch werfen“, sagte der US-Amerikaner. Bach, seit 2013 erster deutscher Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte zuletzt erklärt, dass Doping immer passieren werde. Der Kampf gegen Doping sei ein Krieg, den man nicht gewinnen könne, so Bach. Eine solche Resignation sei nicht zu vertreten und sei vergleichbar mit der Haltung von Athleten, die zu einem Wettkampf nicht antreten würden, meinte Tygart: „Können Sie sich vorstellen, dass Michael Phelps oder Usain Bolt in ein olympisches Finale kommen und sagen: Ich kann diesen Wettkampf nicht gewinnen.“ Bach verkörpere nicht die Entschlossenheit, die saubere Athleten verdient hätten.
Der frühere Straßenrad-Weltmeister Mark Cavendish (33) muss aufgrund einer Erkrankung eine längere Trainingspause einlegen. Wie sein Team Dimension Data mitteilte, wurde während einer Untersuchung bei Cavendish das Epstein-Barr-Virus diagnostiziert. Die Krankheit kann zum Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers führen, an dem der Brite bereits Anfang 2017 erkrankt war. „In dieser Saison habe ich mich physisch nicht gut gefühlt obwohl die Zahlen gestimmt haben“, sagte der Brite: „Ich bin nun froh, Gewissheit darüber zu haben, warum ich nicht mein optimales Level erreichen konnte.“ Den Untersuchungen zufolge bestritt Cavendish bereits seit Monaten seine Rennen mit dem Virus. Für die vollständige Genesung muss er nun eine komplette Ruhephase einlegen. Mit 30 Etappensiegen bei der Tour de France liegt Cavendish in der ewigen Bestenliste auf dem 2. Platz hinter dem Belgier Eddie Merckx (34 Etappensiege).
Zehnkampf-Olympiasieger Christian Schenk befürchtet nach seinem Dopinggeständnis nicht, dass ihm das Internationale Olympische Komitee die in Seoul gewonnene Goldmedaille nach 30 Jahren wieder abnimmt. „Das hoffe ich nicht. Das ist verjährt“, sagte der 53 Jahre alte Mecklenburger. „Außerdem bin ich nicht positiv im Wettkampf getestet worden.“ Wie alle Medaillengewinner musste auch Schenk nach seinem Sieg zur Dopingkontrolle. Seine psychischen Probleme haben „spürbar vor neun Jahren“ begonnen. „Da ging ein großer Riss durch mein Leben“, gestand Schenk. Viele Klinik-Aufenthalte folgten, Krisen und Albträume. Zur Zeit gehe es ihm „deutlich besser als damals. Ich befinde mich in einem Zustand, in dem sich Euphorie und Depression in der Waage. befinden“, sagte Schenk,