Basketball

Der Unermüdliche tritt ab

von Redaktion

Bayerns Meisterkapitän Anton Gavel beendet seine Karriere – gut möglich, dass er schon bald zum Club zurückkehrt

VON Patrick reichelt

München – Als er Mitte Juni den Meisterpokal unters Dach des Audi Domes stemmte, hat Anton Gavel seinen größten Moment in den Farben des FC Bayern erlebt. Seit gestern ist nun klar:: Der größte ist auch sein letzter Moment als aktiver Basketballer gewesen. „Ich bin gekommen, um bekannt zu geben, dass ich mit dem Basketball aufhöre“, erklärte er im Rahmen einer Pressekonferenz.

Das klingt nach einem dürren Abschied ganz nach dem Geschmack des bescheidenen Musterprofis. Doch ganz so leicht werden die Bayern ihren Meisterkapitän nicht ziehen lassen. Nach Saisonbeginn wird der Mann, der in den letzten eineinhalb Jahrzehnten zu den prägenden Spielerpersönlichkeiten der Bundesliga zählte, auch vor der Münchner Fangemeinde einen großen Bahnhof erhalten. Leicht ausrechenbar, dass die Banner für die bisherigen Clublegenden Steffen Hamann und Demond Greene unter dem Dach der Arena am Westpark dann Gesellschaft bekommen. „Wir werden natürlich noch etwas mit den Fans für ihn vorbereiten. Das ist doch ganz klar“, sagte Geschäftsführer Marko Pesic.

Wirklich überraschend kam der Ausstieg des 34-Jährigen allerdings längst nicht mehr. Sportlich zählte Gavel auch in der letzten Saison schon eher zur Kategorie Ergänzungsspieler. Die Zeichen der Zeit hatte er längst erkannt. Würdiger als als Double-Sieger-Kapitän würde er kaum abtreten können. „Es ist ein guter Zeitpunkt, ehe man vielleicht von Verletzungen gebremst wird“, betonte der Deutsch-Slowake.

Vor Probleme stellt der Ausstieg des Dauer-Renners aus Kosice den Club nun nicht. Die Verantwortlichen hatten, vor dem Hintergrund von Gavels Überlegungen, ihre Kaderplanungen ohne ihn vorangetrieben. Zum serbischen Regisseur Stefan Jovic und US-Boy Braydon Hobbs gesellten sie mit dem finnischen Ausnahmekönner Petteri Kopponen und Nationalspieler Maodo Lo zwei weitere Kreativspieler. Bei einem Verbleib für eine weitere Spielzeit wäre Gavel allenfalls eine Nebenrolle in der Bundesliga geblieben. Doch die hätte ebenso wenig zu ihm gepasst wie ein Karriereausklang bei einem Hinterbänkler wie Jena, Bremerhaven oder Vechta. „Fit genug bin ich sicherlich“, sagte Gavel, „aber ich will das nicht. Ich will meine Karriere nicht künstlich verlängern.“

Der unermüdliche Kämpfer ist immer mit dem Anspruch angetreten, auf allerhöchstem Niveau um Titel zu kämpfen. Mit dem Anspruch ist der Mann, der die erste goldene Bamberger Ära mit vier Meisterschaften und drei Pokalsiegen maßgeblich mitprägte, 2014 auch nach München gewechselt. Nach drei trophäenlosen Spielzeiten hat es vergangene Saíson ja nun gleich doppelt geklappt. „Das ist natürlich eine schöne Sache“, sagte er, „so gesehen ist mein Job nun erledigt.“

Wohin sein Weg nun führt, bleibt abzuwarten. In München wird er bleiben, so viel ist klar. Für Erste will sich der Mann mit der Vorliebe für Vollbärte auf seine Familie konzentrieren. Zwei Kinder haben Gavels bereits (7/11 ´Jahre). Im Oktober steht noch die Geburt des dritten Kindes ins Haus.

Auf das Danach hat er sich bislang noch nicht festgelegt. Doch viel spricht dafür, dass sein Weg früher oder später zum FC Bayern zurückführen wird. Die Türen beim Deutschen Meister stehen ihm jedenfalls offen, wie Marko Pesic betonte. „Der Impuls muss natürlich von ihm kommen“, sagte der Geschäftsführer, „aber wenn er das möchte, dann werden wir auf alle Fälle etwas Geeignetes für ihn finden.“

Artikel 2 von 11