München – Ob Hans Gerd Wernicke wirklich von einem Sieg im Großen Preis von Baden träumt, wird niemand erfahren, bis das prestigeträchtige Galopprennen am kommenden Sonntag beendet ist. Soweit man Wernicke kennt, legt er Wert auf guten Stil und für Besitzer guter Rennpferde ziemt es sich nicht, Hoffnungen oder Ambitionen zu deutlich zu erkennen zu geben.
Tatsache ist aber auch: Für den früheren Vizepräsidenten des Münchener Rennvereins stellt das Gruppe I-Rennen zum Abschluss der Großen Woche in Iffezheim kein x-beliebiges dar. Zum einen gewann Wernicke das Rennen 2010 mit der Stute Night Magic, zum anderen geht mit Night Music jetzt eine Halbschwester der damaligen Siegerin an den Start. Darüber hinaus habe der Besitzer die Planungen mit der Fünfjährigen komplett umgekrempelt, sagt sein Racing Manager Harald Schneider. Denn eigentlich hätte Night Music vergangene Woche mit den Yorkshire Oaks in York ein anderes Gruppe I-Rennen bestreiten sollen. Weil ihr Stammjockey Oisin Murphy die Stute dort aber nicht reiten konnte, „hat sich Herr Wernicke für den Großen Preis von Baden entschieden“.
Außerdem spricht der gute Lauf von Trainerin Sarah Steinberg für Iffezheim. Bereits am Samstag gewann sie dort mit Wai Key Star ein Gruppe III-Rennen für Wernicke. „Da hat sich der Hengst voll für das unglückliche Abschneiden im Dallmayr-Preis rehabilitiert“, erklärt Schneider. Im Münchner Gruppe I-Rennen hatte Wai Key Star Ende Juli Rang sechs belegt, „nachdem alles schief ging, was schief gehen konnte“. Wie gut die Stimmung am Stall ist, beweist eine teure Nachnennung: So tritt ebenfalls am Sonntag Quest the Moon im „Zukunftsrennen“ für zweijährige Nachwuchsgalopper an. cw