Modric entthront Ronaldo

von Redaktion

Der Kroate ist Europas Fußballer des Jahres, er landet bei der UEFA-Wahl vor dem Portugiesen und Salah – Pernille Harder siegt bei den Frauen

Monaco – Den WM-Titel verpasst, dafür Europa erobert: Kroatiens Mittelfeldstratege Luka Modric ist zum ersten Mal Europas Fußballer des Jahres 2017/2018. Der Vize-Weltmeister in Diensten von Real Madrid setzte sich nach der besten Saison seiner Karriere gegen den ehemaligen Weggefährten und Rekordsieger Cristiano Ronaldo (Portugal/Juventus Turin) sowie Ägyptens Torjäger Mohamed Salah (FC Liverpool) durch. Ronaldo glänzte bei der Ehrung in Monaco durch Abwesenheit. Bei den Frauen setzte sich die Wolfsburgerin Pernille Harder durch.

„Das ist ein unglaublicher Moment, der mich extrem stolz macht. Ich danke meinem Team, den Trainern und Teamkollegen und natürlich allen, die mich gewählt haben“, sagte Modric. Für den 32-Jährigen, der auf dem Platz so souverän und unaufgeregt die Fäden zieht, ist der Sieg bei der Wahl der europäischen Dachorganisation UEFA die höchste Auszeichnung der bisherigen Laufbahn. Für seine überragende Saison wurde er gestern Abend im Grimaldi Forum von Monaco ausgezeichnet. Ein deutscher Spieler hatte es nicht unter die besten Zehn geschafft, auch Akteure aus der Bundesliga fehlten.

Wäre die Wahlperiode noch vor der WM-Endrunde in Russland zu Ende gegangen, hätte wohl einer der Konkurrenten die Auszeichnung erhalten. Schließlich erzielte Salah für die Reds herausragende 44 Tore und Ronaldo, der die Wahl 2008, 2014, 2016 und 2017 gewonnen hatte, alleine 15 in der Champions League. Während beide aber bei der WM mit ihren Teams früh scheiterten, lief Modric dort erst zur Höchstform auf.

Angeführt von ihrem kleinen Regisseur marschierten die Kroaten souverän durch die Vorrunde, unter anderem wurden die Argentinier um Superstar Lionel Messi entzaubert (3:0). „Er macht jeden Spieler um sich herum besser“, lobte Teamkollege Ivan Rakitic. Auf dem Weg in das Finale räumte Modric mit seinem Team dann Dänemark, Russland und England aus dem Weg. Erst im Endspiel fand die Erfolgsstory gegen Frankreich ihr Ende – allerdings nicht für Modric.

Nach dem Turnier erhielt er den Goldenen Ball, die Technische Studiengruppe (TSG) des Weltverbands FIFA sah in ihm zu Recht den besten Spieler des Turniers. „Ich möchte auch dem Team danken, ohne die Jungs wäre diese Auszeichnung nicht möglich gewesen“, sagte Modric, der aber gleichzeitig feststellte: „Ich wäre viel lieber Weltmeister geworden.“

Bei den Frauen triumphierte bei der UEFA-Wahl Pernille Harder. Die Bundesliga-Torschützenkönigin vom VfL Wolfsburg setzte sich gegen die Norwegerin Ada Hegerberg und die Französin Amandine Henry von Olympique Lyon durch. „Ich fühle mich sehr geehrt. Ich möchte meiner Familie danken, die für mich der größte Rückhalt ist, und natürlich bei meinen Teamkolleginnen“, sagte Harder in einer Videobotschaft.

Abgestimmt hatten 80 Trainer von Teams, die in der vergangenen Spielzeit an den Gruppenphasen von Champions und Europa League teilnahmen. Die Coaches durften nicht für ihre eigenen Spieler votieren. Zudem gaben 55 ausgewählte Journalisten aus den UEFA-Mitgliedsländern ihre Stimme ab. sid

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