Indianapolis – Der US-Turnverband ist erneut in schwere Turbulenzen geraten. Die erst im Januar neu gewählte Präsidentin Kerry Perry trat gestern mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt zurück. Schon ihr Vorgänger Steve Penny war über den Missbrauchsskandal um Teamarzt Larry Nassar gestolpert
Perry hatte unter den Athletinnen einen Proteststurm ausgelöst, nachdem sie Trainerin Mary Lee Tracy als neue Entwicklungskoordinatorin eingestellt hatte. Tracy hatte den wegen sexuellen Missbrauchs von 250 Turnerinnen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten Nassar noch nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn als „großartig“ bezeichnet.
Daraufhin begann auch das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) Druck auf den Turnverband auszuüben. „Es ist Zeit, über Veränderungen an der Führungsspitze nachzudenken“, sagte USOC-Chefin Sarah Hirshland. Nun zog Perry selbst die personelle Konsequenz. sid