München – Lebenswege im Eishockey kreuzen sich. Immer wieder. Das bestätigt sich beim Spitzenspiel der DEL gleich zum Auftakt, bei der Neuauflage der 2018er-Finalserie zwischen Eisbären Berlin und EHC München heute (19.30 Uhr; Sport1 und Telekomsport live).
Trainer der Eisbären: der Frankokanadier Clement Jodoin, 66. Trainer Münchens; der Amerikaner Don Jackson, 62. Sie kennen sich schon ewig. In der Saison 1992/93 dienten sie beide als Assistant Coaches dem NHL-Club Quebec Nordiques. „Da Clement etwas älter und schon länger Trainer war, hat er als eine Art Mentor für mich gewirkt“, sagt Jackson. Beider Chef war Pierre Pagé, heute 70, der später Jackson nach Deutschland holte und in der Saison 2013/14 (ohne Erfolg/Aus im Viertelfinale) den EHC München betreute.
„Wir erwarten, die Besten zu sein und die Meisterschaft zu gewinnen“ – mit dieser klaren Vorgabe schickt Jackson den EHC in die DEL-Saison. Die Eisbären Berlin bereiteten sich wie die Münchner in der Champions Hockey League vor. Bilanz der Eisbären: vier Spiele, vier Niederlagen. „Besagt für Freitagabend und die DEL aber nichts, dass sie zu kämpfen haben“, findet Jackson. Die eigene CHL-Bilanz: drei Siege, eine Niederlage. „Besagt ebenso wenig“, meint er.
Nach zwei schwachen Vorstellungen bei einem Turnier in Garmisch-Partenkirchen wähnt Jackson seine Mannschaft auf dem Weg zu guter Form. Wichtig war ihm, dass wir beim letzten CHL-Spiel in Minsk Torschützen aus drei verschiedenen Reihen hatten. Bis dahin traf fast nur das Sturmtrio der Neuen: Justin Shugg, Trevor Parkes, John Mitchell. In einem Spiel (5:1 gegen Turku) sorgten sie gar für alle Treffer, noch dazu im Powerplay. „Absolut ungewöhnlich“, so Jackson, „aber manchmal kann ein Spiel eine solche Dynamik bekommen.“
Profilieren konnte sich in der Vorbereitung der zuletzt in die Starting Six gerückte Maximilian Kastner; und bei Torwart Danny Aus den Birken („Er hat uns zwei Meisterschaften gewonnen“) sieht Jackson nun „gute Form“. Einbauen muss er Neuzugang Matt Stajan und den bislang verletzt gewesenen Jason Jaffray. „Das“, so Don Jackson, „sind momentan noch die großen Unbekannten“. Günter Klein