Mannheim – Nach der spontanen Sieges-Sause auf dem Spielfeld pustete Nikolaj Jacobsen erst einmal kräftig durch. Der phasenweise berauschende 35:34-Erfolg gegen den großen FC Barcelona hatte den Trainer der Rhein-Neckar Löwen einiges an Nerven gekostet – aber auch ganz deutlich gezeigt: Mit den Löwen ist in der Champions League zu rechnen.
„Wir haben eine der besten Mannschaften der Welt 40 Minuten weitgehend beherrscht. Das war sehr gut“, sagte Jacobsen, der vor der Partie eine Debatte um die große Belastung der Bundesliga-Klubs angestoßen hatte. Von angeblich fehlender internationaler Konkurrenzfähigkeit war gegen Barcelona nichts zu spüren. Die Löwen führten bis zehn Minuten vor dem Ende mit sieben Toren Vorsprung. Und so befand Nationalspieler Patrick Groetzki hinterher: „Der Leistungsunterschied war ein bisschen größer als ein Tor.“
Der überzeugende Löwen-Auftritt gegen den erfolgreichsten Handball-Klub der Welt darf als erste Duftmarke in der schweren Vorrundengruppe A gewertet werden. Nach vier (!) Achtelfinal-K.o. hintereinander wollen die Kurpfälzer im fünften und letzten Anlauf unter ihrem scheidenden Coach Jacobsen endlich das Final Four in Köln erreichen – der Anfang ist gemacht.
Das würde die SG Flensburg-Handewitt natürlich auch ganz gerne sagen. Der Meister freilich hat zum Auftakt eine große Standortbestimmung vor sich. Man steigt mit einem Auswärtsspiel beim Vorjahresfinalisten HBC Nantes (Sonntag/19 Uhr) in den Wettbewerb ein. Doch die Ansprüche sind hoch, auch Flensburg träumt von Köln. Kein Wunder, immerhin war es de SG, die 2014 als bislang letzter deutscher Club dort die wichtigste Trophäe stemmte. sid