München – Wer erfolgreich ist, der zeigt manchmal ganz gerne, was er hat. Und so wurde es gleich zum Start noch einmal festlich am Oberwiesenfeld. Das Meisterbanner wurde unters Dach der Olympia-Eishalle gezogen. Auf Podesten präsentierte der EHC München seine drei Meisterpokale. Den aktuellen skatete schon bemerkenswert stilsicher der gerade achtjährige Jackson Jaffray, Sohn von EHC-Profi Jason Jaffray übers Eis. EHC-Trainer Don Jackson gefiel‘s: „Es war für mich fast so emotional wie damals!“ Die Botschaft brachte Hallensprecher Stefan Schneider unters Volk: Trophäen gibt es in der Deutschen Eishockey Liga nur in München zu sehen. Drei Jahre lang war das nun so, in dieser Spielzeit soll es nicht anders werden.
Nun, der Anfang ist schon einmal gemacht. Das Ensemble von Trainer Don Jackson ließ dem wuchtigen 4:2-Auftritt in Berlin am Sonntag ein nicht viel weniger überzeugendes 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) im Derby gegen die Straubing Tigers folgen. Zwei Spiele, zwei Siege – die erste Ansage ist schon einmal gemacht. „Ich bin mit diesem ersten Wochenende sehr zufrieden.“
Dabei: Duelle mit Straubing, das war in der Vergangenheit oft mühsam gewesen. Dementsprechend die Bilanz. Von 42 Begegnungen hatte der EHC bis dahin nur exakt die Hälfte für sich entschieden.Wobei Münchens Meister am Sonntag ziemlich deutlich machten, dass dieser Eishockey-Nachmittag mit nichts anderem als dem 22. Sieg enden konnte. Der EHC ließ die Scheibe von Beginn an munter durch die eigenen Reihen kreiseln. Wenn man etwas bemäkeln wollte, dann war es vielleicht, dass den Münchner Bemühungen in den Anfangsminuten noch ein bisschen der letzte Zug in Richtung Tor fehlte. Wobei es natürlich sein Übriges tat, dass die Gäste das Terrain vor dem gut aufgelegten Schlussmann Sebastian Vogl beherzt verteidigten. Wenn auch nicht immer mit fairen Mitteln. Drei Strafzeiten nahmen die Niederbayern alleine im ersten Durchgang mit. Da ahnten die aufgrund des sommerlichem Wetters doch stattlichen 5100 Zuschauer schon: Zählbares konnte nur eine Frage der Zeit sein.
Und es kam auch. Wobei der erste Torjubel am Oberwiesenfeld in der neuen Saison ausnahmsweise bei gleichen Mannschaftsstärken zu registrieren war. Und der erste Heimtreffer der Saison blieb standesgemäß dem Kapitän vorbehalten. Michael Wolf war im Rücken der Straubinger Defensive entwischt. Ziemlich humorlos knallte er den Puck flach neben den Pfosten ins Netz.
1:0 für den Favoriten, es war klar, dass die Straubinger nun selbst ihre Bemühungen nach vorne verstärken mussten. Und das taten die Niederbayern ja auch. Im zweiten Drittel wurde das bis dahin ziemlich einseitige Geschehen zumindest ein bisschen offener. Ohne allerdings, dass sich der Münchner Anhang allzu sehr zu sorgen hatte. Wenn es nicht die EHC-Abwehrreihen waren, dann hatte doch spätestens Olympia-Held Danny aus den Birken zwischen den Pfosten buchstäblich alles im Griff.
Wie man es besser macht, zeigte erneut der EHC. In der 34. Minute rauschte Neuzugang Trevor Parkes in Richtung Tor. Seinen Schuss konnte Vogl nur vor den Schläger von John Mitchell abprallen lassen. Der Ex-Nürnberger staubte trocken zum 2:0 ab.
So wirkte es fast schon wie ein dummer Zufall, dass ganz kurz noch einmal so etwas wie Spannung aufkam. Kurz nach der zweiten Pause erwischte Antoine Laganiere einen der wenigen unaufmerksamen Momente und mogelte die Scheibe irgendwie ins Netz – 2:1 (42.).
Die Münchner indes schien es erst einmal mäßig zu beeindrucken. Jacksons Team machte kühl da weiter, wo man zuvor aufgehört hatte. Und sie suchten geduldig nach Lücken in der niederbayerischen Formation. Eine solche ließ nur ganze fünf Minuten auf sich warten. Diesmal bedurfte es zum großen Glück allerdings doch einer Überzahl. Der Schwede Frederik Eriksson hatte wegen Stockschlags auf der Strafbank Platz nehmen müssen. Die Folge: Derek Joslin fand die freie Schussbahn und zirkelte den Puck zum dritten Mal ins Netz (47.).
Es begann eine merkwürdig hektische Schlussphase. Der EHC leistete sich Strafen, Jason Jaffray musste wegen hohem Stock sogar gleich vier Minuten zuschauen. Doch der Dreimal-Meister hätte diese Situation sogar fast mit dem vierten Treffer garniert. Doch Nachkauf Matt Stajan hob die Scheibe mit Schwung über das Tor. „Ich dachte, ich hätte ihn“, sagte der schmundzelnd, „aber der Puck ist ein bisschen gerollt.
Straubing versuchte noch einmal alles und nahm in den beiden Schlussminuten sogar seinen Torhüter vom Eis. Doch Zählbares wollte auf beiden Seiten nicht mehr gelingen.