Wolfsburg – Am Ende des Spektakels mussten sich Bruno Labbadia und Pal Dardai gegenseitig kneifen – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Trainer nahmen sich in die Arme, knufften sich und waren glücklich, aber auch perplex: Waren das wirklich der VfL Wolfsburg und Hertha BSC, die sich ein so rassiges wie hochklassiges Duell mit einem gerechten 2:2-Endstand geliefert hatten?
Ja, die oft so grauen Ligamäuse hatten mit Leidenschaft und Begeisterung auf dem Tisch getanzt und das Publikum begeistert. Labbadia ertappte sich sogar dabei, phasenweise nicht als Coach, sondern als Fan auf den Rasen der Arena geschaut zu haben: „Es hat einfach Spaß gemacht zuzusehen.“
Punktgleich mit dem FC Bayern sind sie nach diesem Remis nicht mehr, viel wichtiger aber: Die beiden Kontrahenten haben nicht nur einen exzellenten Saisonstart hingelegt, sie dürfen auch mehr denn je darauf hoffen, sich mittelfristig im ersten Tabellendrittel zu etablieren. „Mit sieben Punkten aus drei Spielen ist alles sehr in Ordnung“, formulierte Dardai ein pauschales Lob, das fast ein wenig mager ausfiel, denn zwei der drei Partien fanden auswärts statt. Und vor allem: Die defensive Ordnung seiner Schützlinge war nicht nur in Wolfsburg nahezu perfekt, 266 Ligaminuten ohne Gegentor waren kein Zufall.
Erst ein umstrittener Foulelfmeter von Yunus Malli schlug unhaltbar für Rune Jarstein im Hertha-Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 ein (87.). Schiedsrichter Christian Dingert hatte nach einem Zweikampf zwischen Maximilian Arnold und Arne Maier auf Freistoß entschieden. Doch dann griff der Videoassistent in Köln ein, weil das Foulspiel doch innerhalb des Strafraums begangen wurde. Maier bezweifelte, dass es überhaupt eine unfaire Attacke gewesen sei. „Das war nichts, wir spielen schließlich Fußball“, sagte der Mittelfeldmann bei Sky. sid