Moskau droht der WM-Kater

von Redaktion

Geschichten rund um die Clubs der Königsklasse 2018/19

Atlético Madrid will ins Finale daheim

Und drei Mann brennen besonders. Diego Godin kennt keinen Schmerz: Im Februar fehlten ihm nach einem Zusammenstoß mit Valencias Torwart Neto drei Vorderzähne, doch er spielte weiter. Über Antoine Griezmann, der vom WM-Achtelfinale bis zum Endspiel stets am 1:0 der Franzosen als Schütze oder Vorbereiter beteiligt war, sagt sein Trainer Diego Simeone: „Ich hoffe, er wird noch besser, als er jetzt schon ist. Bei ihm sehe ich keine Grenzen.“ Tomas Lemar kam für 70 Millionen Euro von Monaco.

Das Leverkusen des Ostens

Donezk hat Leverkusens Geschäftsmodell kopiert: Auch die Ukrainer betreiben regen Handel mit Brasilien. Douglas Costa, Willian und Luiz Adriano wurden billig ein- und teuer verkauft. Zehn Brasilianer standen letztes Jahr im Kader, im Sommer zog Fred für 59 Millionen Euro zu Manchester United. In dem 21-jährigen Außenverteidiger Maycon angelte man sich das nächste Talent. Er hätte auch zu Arsenal gehen können, doch er zog das Leverkusen des Ostens als erste Station vor, um in Europa zu reifen.

Moskau: Väterchen, dein Glas ist leer

Die Euphorie ist nach der WM groß in Moskau, doch die Hoffnung klein. Seit 2013 schied ZSKA immer in der Vorrunde der Königsklasse aus, vier Mal als Letzter. In diesem Sommer verabschiedeten sich zu allem Überfluss acht Stammspieler, und da die finanzielle Not so groß war, wurde in Abel Hernandez gar ein Spieler unter Vertrag genommen, der durch den Medizincheck gefallen ist und zuletzt in der zweiten englischen Liga gespielt hat. Väterchen, dein Glas ist leer – Moskau könnte bald der große WM-Kater heimsuchen.

Umschlagplatz AS Monaco

Im Sommer ist beim AS Monaco massiv umsortiert worden: 30 Spieler gingen. Trainer Leonardo Jardim, seit fünf Jahren im Amt, fand es nicht witzig: „Als ich hierherkam, wurde mir ein anderes Projekt verkauft, als immer wieder 18-Jährige zu gestandenen Profis ausbilden zu müssen.“ Doch er macht weiter. Vier Millionen pro Jahr trösten. Die Politik der russischen Clubführung ist offensichtlich: Talente billig einkaufen und teuer veräußern. Dabei gehen 50 Millionen des Etats von 200 Millionen jedes Jahr an die französische Liga; der Club aus dem Fürstentum muss blechen, weil Ausländer in Monaco keine Steuern zahlen. Gegen den Strom schwamm der Verein heuer bei Alexander Golowin. Die russische WM-Entdeckung kam für 30 Millionen; eine Art Liebhaberstück der Besitzer. Radamel Falcao sitzt unterdessen auf gepackten Koffern; der Kolumbianer möchte auf seine alten Tage nach China. Das Flugticket für den Winter hat er schon gebucht. Bis dahin muss Jardim Moussa Sylla (18), Pietro Pellegrini (17) oder Willem Geubbels (17) zu einem Ersatz formen.

Brügge fern vom WM-Glanz

Belgien strahlte bei der WM als WM-Dritter – doch der FC Brügge bekommt vom Glanz so wenig ab, als würde er in Afrika spielen. Kein WM-Teilnehmer kickt in Belgien, nicht mal in Brügge, und die Bilanz beim letzten Gastspiel in der Champions Leaue liest sich lausig. Alle sechs Spiele gingen verloren, bei 2:14 Toren blamierte man sich gründlich. Inklusive Playoffs und Qualifikation gewann Brügge seit 2015 keines der letzten 15 Spiele, zwölf gingen verloren. Nein, vom WM-Glanz ist man weit, weit weg.  awe

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