Gelsenkirchen – Nach drei Bundesliga-Pleiten hat der FC Schalke 04 auch zum Champions-League-Auftakt das ersehnte Erfolgserlebnis verpasst. Der Revierclub kam am Dienstagabend gegen den FC Porto nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus, zeigte gegen den portugiesischen Meister und vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe D aber eine engagierte Leistung. Der Schweizer Fußball-Nationalspieler Breel Embolo brachte die Königsblauen beim Europacup-Debüt von Trainer Domenico Tedesco vor 45 775 Zuschauern in der Veltins-Arena in der 64. Minute zwar in Führung. Doch Otavio (75.) glich mit einem äußerst umstrittenen Foulelfmeter noch aus. Zuvor hatte Schalke-Torhüter Ralf Fährmann in der ersten Hälfte einen frühen Rückstand verhindert, als er einen Handelfmeter von Alex Telles (13.) glänzend parierte.
Tedesco hatte auf das jüngste 1:2 in Gladbach reagiert und Weston McKennie, Alessandro Schöpf, Suat Serdar und Breel Embolo in die Anfangsformation rotiert. Drei der vier Neuen waren dann auch prompt am Führungstreffer beteiligt. Neuzugang Sebastian Rudy vom FC Bayern München dagegen war einer der Leidtragenden und saß auf der Bank.
Statt der erhofften Initialzündung mussten die Schalker aber erst einmal eine Schrecksekunde überstehen. Nach einem Handspiel von Naldo entschied der spanische Schiedsrichter Jesus Gil Manzano auf Elfmeter. Doch Kapitän Fährmann parierte mit einem starken Reflex.
Nach dem Bundesliga-Fehlstart mit drei Niederlagen in drei Partien wirkte die Mannschaft beim Champions-League-Auftakt zunächst (über)motiviert. Embolo sah nach einem unnötigen Einsteigen früh Gelb (27.), nachdem kurz zuvor Neuzugang Serdar mit einem Schuss mit der Pike Porto-Keeper Iker Casillas vor keine größeren Probleme gestellt hatte. Der 37 Jahre alte Spanier und Ex-Profi von Real Madrid bestreitet als erster Spieler seine 20. Champions-League-Saison.
In der Defensive stand die Schalker Elf deutlich stabiler als zuletzt und ließ in den ersten 45 Minuten bis auf den Elfmeter kaum Chancen der Gäste zu. Die Zuschauer sahen ein kampfbetontes Spiel zweier Teams auf Augenhöhe. Die erste gefährliche Szene nach dem Wiederanpfiff gehörte erneut dem 28-maligen portugiesischen Meister. Felipe tauchte frei vor Fährmann auf, dessen abprallenden Schuss der Torwart aber blocken konnte (47.).
Ein Konter über Bentaleb und Serdar landete bei McKennie, dessen Querpass Embolo per Linksschuss mit etwas Glück zum 1:0 veredelte und Casillas in dessen 168. Match in der Königsklasse überwand. Zum Pechvogel avancierte wenig später jedoch auf der Gegenseite Naldo, der auch den zweiten Elfmeter verursachte. Nach einer leichten Berührung des Brasilianers am Fuß von Moussa Marega erneut Elfmeter – diesmal hatte Fährmann keine Chance. dpa