Hamburg – Christian Titz und Ralf Becker kosteten das Hochgefühl des Spitzenreiters nur kurz aus. Der fünfte Pflichtspielsieg in Serie sorgte bei dem neuen Führungsduo des Hamburger SV für ein kurzes Kopfnicken. Mehr nicht. Von allzu großer Zufriedenheit waren beide trotz der rasch erfolgten Akklimatisierung in der rauen 2. Bundesliga weit entfernt. „Man darf sich über den Sieg und die Entwicklung auch mal freuen. Das kann man mitnehmen“, sagte Becker zunächst nach dem 1:0-Erfolg des HSV im Nachholspiel bei Dynamo Dresden. Die Norddeutschen sind klar auf Kurs Wiederaufstieg und grüßen zum ersten Mal seit September 2009 – damals noch als Bundesligist – von ganz oben.
Sportchef Becker hat einen Kader zusammengestellt, der für den Kampf um die ersten drei Plätze taugt. Gerade die individuelle Qualität ist groß, dies zeigte sich auch am Dienstag. Titz konnte es sich erlauben, seinen Siegtorschützen Hee-Chan Hwang (68.) erst nach der Halbzeitpause auf den Rasen zu schicken. Läuft es nicht rund, kann der 47 Jahre alte Trainer insbesondere in der Offensive immer noch nachlegen. “Gerade in den englischen Wochen ist es wichtig, dass wir ein Stück weit rotieren und so eine Qualität reinbringen können“, sagte Titz.
Die Partie war ursprünglich für den 1. September angesetzt worden war. Wegen der Demonstrationen in Chemnitz wurde sie auf Drängen der sächsischen Polizei und Weisung des Innenministeriums verschoben. Dies sorgt für einen engen Zeitplan. Der HSV ist am Sonntag (13.30 Uhr) schon wieder gegen Jahn Regensburg gefordert. Und muss sich dabei in neuer Rolle als gejagte Mannschaft beweisen. Das gab es schon lange nicht mehr. sid