doping

von Redaktion

Berlin – Athleten und Sportpolitiker sind entsetzt, die Anti-Doping-Agenturen vieler Länder schlagen Alarm: Die wahrscheinliche Wiederaufnahme der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA und die damit verbundene Rehabilitation der Doping-Großmacht Russland durch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bei der heutigen Exekutiv-Sitzung auf den Seychellen sorgt weltweit für Unverständnis. „Das ist ein echter Witz und ein Schlag ins Gesicht eines jeden sauberen Athleten“, sagte Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA.

Whistleblower Grigorij Rodtschenkow, der mit seinen Aussagen die Aufdeckung des Doping-Skandals in Russland ins Rollen gebracht hatte, sprach von einer „Katastrophe für den sauberen Sport“. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nannte es „fatal“, sollte die WADA von ihren Kriterien abweichen. Russland müsse zeigen, dass der faire Wettkampf „als verbindendes Element des Weltsports akzeptiert und aktiv umgesetzt wird“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Wegen der Suspendierung der RUSADA sind auch die russischen Leichtathleten und Behindertensportler aus ihren Weltverbänden IAAF und IPC ausgeschlossen. Das könnte sich mit der Wiederaufnahme der RUSADA ändern. Die Hoffnungen, dass es sich die WADA nach dem globalen Proteststurm noch anders überlegt, sind gering. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) soll Druck auf die WADA und deren blassen Präsidenten Craig Reedie ausgeübt haben.  sid

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