Neven Subotic war immer schon ein etwas anderer Fußballprofi. Man weiß es spätestens seit seiner ersten Deutschen Meisterschaft mit Borussia Dortmund 2011. Bevor der Verteidiger weiterfuhr zum offiziellen Dinner, das der Verein organisiert hatte, feierte er mit den Fans in seiner Straße, machte den Oberkörper frei, stieg aufs Dach seines Autos und sang und hüpfte mit dem Volk. Das war ihm wichtiger als die Schnittchen- und Galamenü-Veranstaltung mit den Sponsoren.
Inzwischen spielt Subotic, 29, für den AS St. Etienne in Frankreich. Er ist somit ein bisschen vom Schuss – den Deutschen aber dennoch nahe geblieben. Denn Neven Subotic wird auch mal in Talkshows eingeladen – weil er dafür steht, dass begüterte Fußballer eine soziale Verantwortung haben und sich ihrer bewusst sind. Er hat eine Stiftung gegründet, die seinen Namen trägt und in Äthiopien tätig ist, einem der ärmsten Länder der Welt. Subotic baut Brunnen und versorgt einige Dörfer somit mit Wasser. Die Hälfte Äthiopiens hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. „Das ist so, als würden 40 von 80 Millionen Deutschen ihr Wasser aus dem nahen Fluss oder dem verschmutzten Teich in der Nähe schöpfen müssen“, erklärt Subotic. Er errichtet die Brunnen vor allem in der Nähe von Schulen. Der Hintergrund: Sind die mit Wasser versorgt, können getrennte Toilettenräume angeboten werden – für Mädchen entfällt somit ein Grund, nicht mehr zur Schule zu gehen, wo sie keine Privatsphäre haben würden – somit unterstützt Subotic auch das Bildungssystem.
„Wasser ist vorhanden, aber es fehlen oft die nötigen Hilfsmittel, um es über 50 Meter aus dem Boden an die Oberfläche zu bringen, Dabei helfen wir mit unserem Stiftungsvermögen“, erklärt Subotic. Etwa 7500 Euro kostet die Erschließung eines Brunnens, der dann auch für gut zehn Jahre in Betrieb sein kann.
Subotic bringt Geld bei, kümmert sich um ehrenamtliche Mitarbeiter, erledigt Büroarbeit der Stiftung und verbringt seinen jährlichen Sommer in Afrika. „Der Kontakt mit jedem einzelnen Kind ist jede Mühe wert. Du schaust in die Gesichter und weißt: Der Aufwand hat sich tausendfach gelohnt.“ gük