Unterhaching – Die Stimmung im Training ist gut, versichert Claus Schromm, und oft ist bei solchen Aussagen in der Fußballbranche Vorsicht geboten; gern wird beschönigt, geflunkert, verharmlost. Bei der SpVgg Unterhaching aber ticken sie ja etwas anders. Es ist glaubhaft, wenn der Trainer hier eine gute Stimmung beschreibt. Zwar haben die Hachinger in den letzten vier Spielen nicht mehr gewonnen, „aber deshalb gibt es keine Tränen und keinen Stunk – wir wissen, was wir können. Und dass wir zu lernen haben“, meint Schromm.
Ein kleiner Außenseiter ohne große finanzielle Möglichkeiten ist im Grunde immer in der Not, lernen zu müssen. Doch sie sind fleißig bei der SpVgg, seit Jahren schon, und so ist der aktuell nötige Fortbildungskurs in der Dritten Liga zwar wieder mal eine Herausforderung, aber eine vor einem positiven Kontext. Dass es seit vier Spielen zu keinem Sieg mehr gereicht hat, ist ja nur ein Teil der Geschichte. Das Ganze wird erst komplett, wenn man erwähnt, dass lediglich die erste Partie verloren ging. Und dass es für Haching schwerer wurde, weil man in den Spielen zuvor so gut gewesen ist.
„Dieses Podest haben wir uns selbst erarbeitet, und das ist doch etwas Gutes – ich sehe das als positiven Druck“, so Schromm, „es ist doch in erster Linie ein ziemliches Kompliment, dass sich die anderen nach uns ausrichten. Sie trauen uns was zu – also sollten wir uns selbst ja wohl auch etwas zutrauen.“
Wenn es im Heimspiel am heutigen Samstag gegen Preußen Münster geht (Anpfiff 14 Uhr), fordert Unterhachings Coach im Grunde nur eines: „Keinen Kopf machen, nicht zaubern, einfach unser Ding liefern.“ In den letzten Spielen „waren wir zwar von unserem Potenzial weit entfernt, aber wir haben trotzdem auch vier Mal Rückstände aufgeholt“, erinnert der Coach, „das zeigt ja, dass wir auch viel richtig machen“.
Es wäre allerdings hilfreich, irgendwann mal wieder selber in Führung zu gehen, so der Trainer. „Die letzten Wochen haben uns viel Energie gekostet, auch mental zum Beispiel das Derby gegen 1860. Meine Mannschaft kam – das ist untypisch für sie – ein bisschen auf dem Zahnfleisch daher. Aber auch das macht mich zuversichtlich: Sie können beißen.“
Gegen Münster ist Widerstandskraft gefragt. Bereits in der Rückrunde spielte der Gegner stark auf, holte 34 Zähler. „Da haben sie jetzt angeschlossen“, so Schromm über den Tabellenvierten, der einen Punkt vor Haching rangiert. „Sie haben einen klaren Plan, bei Standards zwei gefährliche Funktürme und sie spielen mit Überzeugung. Es wird eine relativ harte Nuss.“ Aber wenn sein Team die gleiche Überzeugung an den Tag legt, wird es interessant. „Wir müssen das, was bei uns im Training passiert, einfach wieder ins Spiel bringen.“ Inklusive guter Stimmung.