Dortmund/München – Nach gespielten Bundesligaminuten in dieser Saison führt weiterhin Felix (bei ihm sind es 75) vor Mario (die ersten 13). Nach Toren steht es 1:1. Felix, der Augsburger, hatte neulich zum Ausgleich des FCA beim FC Bayern getroffen (mit dem Bauch), Mario nutzte seine kurze Einsatzzeit am Samstag zum 3:2 (beim hochdramatischen 4:3-Sieg von Borussia Dortmund über die widerborstigen Schwaben).
Obwohl es einen klaren Tagessieger gab (Mario), waren beide Götzes glücklich. Denn Felix freute sich einfach mit über das Glück des sechs Jahre älteren Bruders. Die hysterische Berichterstattung um Mario – ist immer das Thema, auch wenn er nicht spielt – findet er befremdlich. Es kommt ihm vor, als würden sich die Deutschen am Fall des WM-Siegtorschützen von 2014 – ja: er-götze-n.
Mario Götze, 26, hat nun ein Zeichen gesetzt: Da ist noch was von der alten Klasse. Stark, wie er auf die Vorlage des Kollegen Hakimi einging, den Ball annahm und am Augsburger Torhüter Luthe vorbeisetzte. Hohe Schule. Die Fernseh-Kommentatoren schrien: „Und er macht ihn“ – als wäre es wieder WM-Finale von Rio mit Tom Bartels.
Doch auch bei Felix, 20, geht es voran. Sein Trainer Manuel Baum sagt: „Er ist vom FC Bayern einfach gut ausgebildet worden.“ Vorige Saison hat der kleine Götze (obwohl: 1,85 m überbieten die 1,76 von Mario deutlich) noch Regionalliga mit Bayern II und Youth Champions League mit der U 19 gespielt.
Der Marktwert (200 000 Euro) wird bald nach oben korrigiert werden, und vielleicht gibt es auch einen richtigen Eintrag bei Wikipedia und Transfermarkt.de. Felix Götze: „Da steht Geburtsort Memmingen. Ich bin aber in Dortmund zur Welt gekommen.“
Dortmund, wo am Sonntag im Fußballmuseum der Film von Aljoscha Pause uraufgeführt wurde: „Being Mario Götze.“ Das Ende ist wieder offener. GÜNTER KLEIN