Dortmund – Beim wilden Jubeltanz vor der bebenden Südtribüne war Mario Götze endlich wieder mittendrin statt nur dabei. Ausgelassen hüpfte er herum, dann legte er seinen Arm um Super-Joker Paco Alcacer. Die beiden Matchwinner des Tabellenführers Borussia Dortmund genossen die emotionalen Momente nach dem irren 4:3 (0:1) gegen den FC Augsburg in vollen Zügen (mehr zu Götze im untenstehenden eigenen Artikel).
Im BVB-Mittelfeld herrscht Gedrängt, die Frage nach dem Stürmer Nummer eins ist aber klar beantwortet. Paco Alcacer verzückte seine Mitspieler und die Fans nach seiner Einwechslung nach einer Stunde mit einem Dreierpack (62., 80. und 90.+6) und hat nach drei Bundesligaspielen schon sechs Treffer erzielt. Das ist in der Bundesligageschichte nur dem Hamburger Gert Dörfel 1963 gelungen. „Das war ein sehr, sehr, sehr guter Transfer“, sagte Favre.
Alcacer blieb nach seinem Galaauftritt bescheiden. „Für einen Stürmer sind Tore immer wichtig, aber der Erfolg der Mannschaft steht über allem“, sagte der Spanier. Den Spielball als Erinnerung an seine Heldentaten hatte er sich zu diesem Zeitpunkt längst gesichert.
Bis Saisonende ist der 25-Jährige vom FC Barcelona ausgeliehen, danach besitzt der BVB eine Kaufoption für 25 Millionen Euro. „Ich fühle mich hier sehr wohl und kann mir vorstellen, über das Jahr hinaus in Dortmund zu bleiben“, sagte Paco Alcacer, der mit der letzten Aktion des Spiels einen Freistoß zum Sieg verwandelte.
Es war bereits das zwölfte Jokertor der Dortmunder in dieser Spielzeit. Favre besitzt ein goldenes Händchen, die Rotation klappt. In zehn Pflichtspielen unter Favre ist der BVB noch unbesiegt. „Es war fantastisch für die Zuschauer und uns“, sagte Favre, der aber angesichts der Gegentreffer durch Alfred Finnbogason (22.), Philipp Max (71.) und Michael Gregoritsch (87.) feststellte: „Das war nicht unser bestes Spiel.“
Doch der BVB erwies sich wieder einmal als Mentalitätsmonster und drehte wie schon in Leverkusen (4:2 nach 0:2) die Begegnung. „Das zeigt, wie fit die Mannschaft ist. Es braucht eine gewisse Mentalität und Gier, immer wieder zurückzukommen“, sagte Kehl.
In der vergangenen Saison führte der BVB nach sieben Spielen die Tabelle ebenfalls souverän an, dann folgte der Absturz. „Davon gehe ich dieses Mal nicht aus. Die Mannschaft zeigt eine ganz andere Stabilität. Die Entwicklung ist vorangeschritten. Wir haben große Ziele“, sagte Kehl und genoss den Augenblick.