Olympisches Flair im Senegal

von Redaktion

Das westafrikanische Land trägt 2022 die Jugend-Sommerspiele aus

Dakar – Für Staatspräsident Macky Sall war es eine „historische Entscheidung“. Stolz twitterte er in der Nacht zum Dienstag: „Senegal ist das erste afrikanische Land, das eine olympische Veranstaltung austragen wird“. Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Buenos Aires hat das westafrikanische Land als Gastgeber der Olympischen Jugend-Sommerspiele 2022 ausgewählt. Eine Fußball-WM gab es zwar bereits 2010 auf dem Kontinent, olympische Wettkämpfe wurden aber noch nie auf dem Erdteil ausgetragen.

Ugur Erdener (Türkei), Leiter der IOC-Prüfungskommission, sagte über den künftigen Gastgeber: „Es ist eines der stabilsten Länder der Region und hat ein entschlossenes und ambitioniertes Projekt vorgestellt.“

Derzeit laufen die Olympischen Jugendspiele in Buenos Aires. Zuvor fanden sie in Singapur (2010) und im chinesischen Nanjing (2014) statt. Die Jugendspiele gelten als Sprungbrett. Zudem sind sie ein Experimentierfeld, bei dem neue Sportarten, Formate und Disziplinen ausprobiert und daraufhin getestet werden, ob sie für die großen Spiele geeignet wären.

Der Weltsport hat mit seinen Topevents meist einen Bogen um Afrika gemacht. Für das auf den Tourismus angewiesene Südafrika war die erfolgreiche Austragung der Fußball-WM 2010 ein großer Image-Gewinn. Bis heute profitiert das Land von der für die WM gebauten Infrastruktur. Kritiker hingegen wenden ein, dass die teuren Stadien – die heute wenig genutzt werden – ein Luxus sind, den sich ein armes Land nicht leisten kann.

Dem Gedanken von Olympischen und Paralympischen Spielen in Afrika steht Andrew Parsons, der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, aufgeschlossen gegenüber. Frühestens wäre das allerdings 2032 nach den Sommerspielen 2028 in Los Angeles möglich. Zunächst verfolgt der IPC-Präsident die Idee, kontinentale Meisterschaften in mehreren Behindertensportarten in Afrika auszurichten. „Algerien, Tunesien, Marokko und Ägypten sind starke Länder im Para-Sport“, sagte er im August in Berlin.  dpa

Artikel 4 von 11