Bremerhaven – Das Trainingszentrum der Eisbären Bremerhaven liegt direkt am Amerikaring. Nach dem 2. Weltkrieg war dort fast 50 Jahre lang die US-Army mit untergebracht. Seit Sommer ist der Ort wieder unter amerikanischer Regie. Die DME Sports Academy aus Florida ist als Gesellschafter beim Basketball-Bundesligisten eingestiegen.
Ein einmaliges, aber auch umstrittenes Konstrukt lässt den klammen Verein aus der Seestadt nach Jahren des Abstiegskampfes von besseren Zeiten träumen. Dafür haben sich die Bremerhavener fast komplett in US-Hände begeben. DME-Besitzer Dan Panaggio, ein früherer Co-Trainer aus der NBA und gleichzeitig neuer Eisbären-Sportdirektor, hat im Sommer sechs neue US-Profis nach Bremerhaven gelotst. Nicht immer wurde darüber vorher mit Trainer Arne Woltmann gesprochen.
Auch wenn der Weg, den die Eisbären im Sommer eingeschlagen haben, laut Woltmann „alternativlos“ für die Bundesliga-Zugehörigkeit sei, klingt etwas Skepsis beim früheren A2-Nationaltrainer durch. „Es kann was daraus entstehen“, sagte Woltmann zögerlich.
Denn was passiert, wenn es nicht passt? Was hat ein 73 Jahre alter früherer Assistent von NBA-Trainerlegende Phil Jackson mit seiner Akademie aus Daytona Beach überhaupt von einer Beziehung mit einem abstiegsbedrohten Bundesligisten? Nun ja, die Amerikaner sehen die Bundesliga als Wachstumsmarkt. Es gibt Pläne, in Deutschland eine DME-Akademie zu eröffnen – mit dem Standort Bremerhaven. Europäische Talente sollen sich dort für den US-Markt interessant machen und womöglich für die Eisbären auflaufen.
Schon jetzt lotste Panaggio mit Darnell Jackson einen Profi mit der Erfahrung von 138 NBA-Begegnungen (Cleveland, Milwaukee, Sacramento)) nach Bremerhaven. Doch: Woltmann muss aus dem von Panaggio fast im Alleingang verpflichteten Spieler-Kader eine Mannschaft formen, die konkurrenzfähig ist. Mit einem Sieg und einer Niederlage war der Liga-Start ordentlich. Im Pokal gab es eine Klatsche gegen Bonn. „Das ist alles sehr schwierig“, gibt der Eisbären-Coach zu. dpa