München – Es waren turbulente Tage, die das Frauen-Team des FC Bayern hinter sich hatte, als es am Samstag in der Liga gegen die TSG Hoffenheim ging. In die Länderspielpause hatte man sich mit einem 0:6 beim VfL Wolfsburg begeben müssen, letzte Woche wurde dann der Paukenschlag offiziell, dass man sich im Sommer von Trainer Thomas Wörle trennen werde. So durchgerüttelt wird man selten; umso bemerkenswerter war, dass man mit einem 2:1 umgehend wieder in die Spur zurück fand.
Wörle wollte seine Zukunft nach der Partie auch gar nicht in den Fokus rücken. Die Entscheidung sei schon im Sommer gefallen, die Mannschaft habe er bereits damals informiert, hieß es nach dem Sieg über Hoffenheim. Den Zeitpunkt der Bekanntgabe hatte der Verein gewählt, was mit Blick auf die deftige Pleite eher unglücklich war. Es handelte sich aber ausdrücklich nicht um eine Reaktion auf das 0:6. Wörle ist seit neun Jahren Coach der Bayern-Frauen, das Team und die Aufgabe sind ihm ans Herz gewachsen. „Ich werde bis zum Schluss alles für meine Mannschaft geben, das ist völlig klar“, sagte er, „und dieses 2:1 war schon einmal eine starke Reaktion auf das 0:6 in Wolfsburg. Die Mädels ziehen gut mit, ungeachtet der Nachrichten der letzten Tage.“
Das Team weiß ja auch schon seit dem Saisonstart, dass es das letzte gemeinsame Jahr wird. Für einige dürften in den nächsten Wochen große Fragen anstehen, ob sie auch ohne Wörle an das Münchner Projekt glauben, doch auf dem Platz wurde das bisher ausgeblendet. „Wir sind mit einer überzeugenden Leistung zurückgekommen“, sagte Carina Wenninger über den Sieg, den Mandy Islacker und Sara Däbritz herausgeschossen hatten.
Wörle meinte, die Reaktion sei wichtig gewesen. In den letzten vier Jahren habe man in der Liga nur neun Niederlagen erlitten – und stets direkt im Anschluss gewonnen. „Das ist eine Qualität, immer alles schnell aus den Kleidern schütteln zu können.“ Eine Gabe, die der Trainer vorlebt. Bis zum Sommer. awe