München – Ein bisschen genauer haben die Verantwortlichen der Basketballer des FC Bayern am Sonntag schon hingeschaut. Man wollte wissen, so kündigte Sportchef Daniele Baiesi an, wie die Profis auf das schlimme Euroleague-Auftaktdebakel gegen Anadolu Istanbul reagieren würden. So gesehen kann man nach dem deutlichen 87:61 in Braunschweig fürs Erste eigentlich ganz beruhigt sein.
Doch das Erholungsprogramm Bundesliga ist nur von kurzer Dauer. Schon heute muss man wieder in Europa ran, und dann wartet ein Brocken, der vielleicht noch ein wenig härter ist als es der Istanbuler Traditionsclub gewesen war. Um 20.30 Uhr ist Panathinaikos Athen im Audi Dome zu Gast. Das Ensemble des spanischen Trainers Xavi Pascual gehört zum illustren Kreis der heißen Favoriten auf Europas wichtigste Trophäe.
Was in diesem Fall ziemlich viel mit Dimitrios Giannakopolous zu tun hat. Der griechische Geschäftsmann ist der Hauptaktionär des Athener Clubs. In dieser Funktion ist der 44-Jährige, der mit exzentrisch noch vorsichtig beschrieben sein dürfte, die wichtigste Geldquelle – aber bisweilen durch seine Ideen auch ein Problem für den sechsmaligen Titelträger.
Mal ließ Giannakopolous seine Mannschaft kurzentschlossen von Istanbul nach Athen mit dem Bus zurückreisen, weil ihm der Auftritt nicht gefallen hatte. Weil er Panathinaikos von den Schiedsrichtern benachteiligt sah, blies er zur Revolution gegen Euroleague-Chef Jordi Bertomeu. Und weil die anderen Vereine von einer Abwahl des Spaniers nichts hielten, kündigte der Multi-Millionär den Ausstieg aus der Königsklasse zum Ende der vergangenen Saison an. Lange gehalten hat der Plan índes nicht. 10 Millionen Euro Strafzahlung hätte er sich das kosten lassen müssen. Am Ende ruderte er doch zurück, Panathinaikos startete in die Euroleague und Giannakopolous gab sich versöhnlich. Er wolle die Vergangenheit hinter sich lassen, gab er bekannt. Wie lange, bleibt abzuwarten.
Bayerns Nihad Djedovic indes ahnt schon, was für ein Gegner da auf ihn und die Münchner zukommt. „Das ist schon krass“, sagte er. Das klingt beruhigend.