Alpenvolleys wollen nachlegen
Bei der Saisonpremiere in Unterhaching ist die SVG Lüneburg zu Gast
Unterhaching – Über mehr Bundesliga-Volleyball in Unterhaching dürfen sich die oberbayerischen Fans in den nächsten Monaten freuen: Das grenzübergreifende Projekt Hypo Tirol Alpenvolleys Haching trägt in dieser Saison fünf – statt wie im vergangenen Spieljahr drei – seiner heimischen Punktspiele in der Bayernwerk Sportarena aus. Und auch die Premiere vor den eigenen Fans steigt gleich in Unterhaching: Am Sonntag (17 Uhr) empfangen die Alpenvolleys die SVG Lüneburg.
Mihai Paduretu, Sportdirektor der Spielgemeinschaft aus Innsbruck und Unterhaching, betont allerdings, dass der Austragungsort zum Heimstart nicht bewusst gewählt wurde, um die Bindung zu den hiesigen Anhängern zu stärken: „Den Spielplan können wir nicht beeinflussen. Aber wir freuen uns sehr auf das Spiel.“ Obwohl seit vielen Jahren in Innsbruck tätig, begrüßt auch Chefcoach Stefan Chrtiansky den Auftakt auf deutschem Boden: „Die Fans in Unterhaching haben uns schon in der vergangenen Saison sehr gut unterstützt und zu wichtigen Punkten verholfen. Das wird auch heuer so sein.“
Die Verwurzelung am oberbayerischen Standort ist ein wichtiger Aspekt des Alpenvolleys-Projekts, auch für die Akzeptanz in der Bundesliga. „Wir spielen jetzt halb in Haching, halb in Innsbruck. Das haben vorher wahrscheinlich einige nicht geglaubt. Inzwischen denkt in Deutschland niemand mehr, dass das, was wir machen, ein Blödsinn ist“, sagt Alpenvolleys-Manager Hannes Kronthaler, der sich nach einem Jahr im deutschen Oberhaus voll integriert fühlt.
Eine sportliche Bereicherung sind die Grenzgänger ohnehin. Mit einem hart erkämpften 3:1-Sieg bei den Netzhoppers KW ist der Vorjahresdritte erfolgreich in die Saison gestartet. Chrtiansky sah allerdings noch viel Luft nach oben: „Wir müssen uns gegen Lüneburg steigern, um bestehen zu können.“ Zumal die vom 245-fachen Nationalspieler und vierfachen Volleyballer des Jahres, Stefan Hübner, trainierten Norddeutschen ihrerseits mit einem 3:1 über Frankfurt, den Halbfinalisten der vergangenen Saison, schon ein Ausrufezeichen gesetzt haben.
„Hübner leistet in Lüneburg sehr gute Arbeit. Ich erwarte sein Team unter den Top sechs und denke, dass wir am Sonntag um jeden Punkt kämpfen müssen“, sagt Paduretu, der sich aber allein durch das Debüt des russischen Diagonalangreifers Krill Klets, der zum Start wegen Rückenproblemen gefehlt hatte, eine Verbesserung verspricht. Denn im Gegensatz zum Australier Thomas Hodges, der bei der WM im Einsatz war, habe Klets die ganze Vorbereitung mitgemacht: „Deshalb ist er besser mit unserem Zuspieler Danilo Gelinski eingespielt.“ Über die zusätzliche Alternative freut sich auch Chrtiansky, der unbedingt einen Heimsieg einfordert: „Wir müssen nachlegen, wenn wir vorne mitspielen wollen.“