Lohn für die Schinderei

von Redaktion

Münchnerin Clara Klug wird „Deutsche Juniorensportlerin“ der Behinderten

München – Klangvolle Namen tauchen in der Liste der „Deutschen Juniorsportler des Jahres“ der Deutschen Sporthilfe auf. Ob Laura Dahlmeier (2013), Magdalena Neuner (2007 und 2008) oder Maria Höfl-Riesch (2004): All diese Olympia- und Weltcupsieger haben den seit 1978 verliehenen Preis der gemeinnützigen Berliner Stiftung zur Förderung des Sports eingeheimst, bevor sie zu internationalen Stars in ihren Sportarten wurden. Bei der jüngsten Verleihung der renommierten Auszeichnung in Düsseldorf reihte sich eine Münchnerin in die prominente Liste ein. Clara Klug darf sich „Juniorsportlerin des Jahres 2018“ nennen. Die Para-Biathletin aus Pasing räumte in der Kategorie „Juniorsportlerin im Bereich Behinderten- und Gehörlosensport“ die Trophäe ab.

„Das ist absolut einmalig und es war mir eine große Ehre. Der Sporthilfe habe ich finanziell und ideell viel zu verdanken. Es ist ein Lohn für die ganze Schinderei gewesen“, sagt die zweifache Paralympics-Medaillengewinnerin der Winterspiele 2018 in Pyeongchang, nachdem ihr die pyramidenförmigen Trophäe überreicht worden war.

Klug und ihr Guide Martin Härtl aus Weilheim haben im März bei den Paralympics in Südkorea die Grundlage für diese Auszeichnung gelegt. Die 24-jährige Wintersportlerin des Post SV München gewann in Südkorea zwei der insgesamt 19 deutschen Olympiamedaillen. Bei den 10 Kilometern sowie bei den 12,5 Kilometern gewann Klug in der Klasse der Sehbehinderten jeweils Bronze. „Ich habe den ganzen Abend die Medaille nicht losgelassen. Ich konnte es kaum fassen“, erzählt die Münchnerin vom Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere.

In Südkorea hat die Kaderathletin des deutschen Nor-dic Paraski-Teams in den beiden Disziplinen Para-Biathlon und Para-Skilanglauf über sportliche Dimensionen hinaus Erfahrungswerte gesammelt. „Ich habe bei den Paralympics sehr viel gelernt. Wie man mit Stress und Medienrummel umgeht. Das hat mir mental sehr viel gebracht“, sagt die Studentin der Computerlinguistik.

Diese Erfahrungen möchte die sehbehinderte Leistungssportlerin jetzt mit vollem Elan in die nächsten Aufgaben mitnehmen. Anfang Dezember findet in Finnland der Weltcup-Auftakt im Para-Biathlon statt. Im Februar folgt dann die Weltmeisterschaft in Kanada.

Rund um München hat sie bisher mit Guide Härtl auf Skirollern hart trainiert. Hinzu kamen Einheiten auf dem Laufband in ihrem Münchner Fitness-Studio. Demnächst folgt ein weiteres Höhentrainingslager im italienischen Livigno. Klug, die den Para-Biathlon als ihre Spezialdisziplin nennt, peilt langfristig ihre zweiten Paralympics 2022 in Peking an.

In Pyeongchang hat sie Blut geleckt, und nun soll es weiter so erfolgreich weitergehen. „Ich habe zuletzt Bronze geholt, aber es gibt ja auch noch zwei andere Medaillenfarben. Eine deutsche Hymne als Siegerin zu hören, wäre natürlich schön“, meint Klug.

Zu großen Druck verspürt Klug angesichts der Erfolge für zukünftige Aufgaben eher nicht, vielmehr einen Ansporn. Klug: „Mit zwei Medaillen im Gepäck reist es sich schwerer. Aber ein Podium sollte bei der WM schon drin sein.“ ROBERT M. FRANK

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