Rotation ohne Ribery

von Redaktion

Der Franzose fehlt den Bayern in Athen – Alaba muss Stresstest abwarten

Athen – Wenn man auf dem Olympiagelände in Athen herumspaziert, befällt einen die Wehmut, gerade dieser Tage, wo selbst in der griechischen Hauptstadt der Herbstwind die letzten Blätter emotionsarm von den Bäumen fegt. Der Beton vor dem Stadion glänzte einst weiß wie teuerster Marmor, nun ist alles grau und von Rissen durchzogen. Das Areal ist groß, freilich: olympisch groß, Schilder weisen zu Schwimmbecken, innen und außen, doch bereits zwei Jahre nach den Spielen wurde alles nach und nach geschlossen. Das Einzige, das seit 2004 noch benutzt wird, ist das Stadion, in dem AEK Athen heute Abend die Bayern empfängt. „Die Fans werden ihre Mannschaft nach vorne treiben“, meinte Niko Kovac. „Es wird schwer.“

Der Trainer warnte sein Teamin der finalen Besprechung vor allem vor „der zweiten oder dritten Luft“, die AEK befallen könnte, „sie haben null Punkte, es wird ihre letzte Chance sein, noch einmal in dieser Gruppe heranzukommen“. Er selber hat den Luxus, dass bis auf die Rekonvaleszenten alle fit sind. Nur Franck Ribery blieb zuhause, wegen einer Wirbelblockade. So eine Reise sei ja auch eine Strapaze, da mache es keinen Sinn, den Franzosen zu quälen, sagte Clubchef Karl-Heinz Rummenigge: „Er ist in München besser aufgehoben.“ Als erster Vertreter gilt Serge Gnabry, den Joshua Kimmich vor dem Anflug lobte: „Er kann diese Position ausfüllen und hat beim DFB gezeigt, was er drauf hat.“

Kovac wird gegen AEK mal wieder durchmischen, er wiederhole sich da: „Rotation gehört zum Spiel – ich habe oft das Gefühl, bei Bayern ist das was Besonderes oder Schlimmes, und bei den anderen unwichtig.“ Ob Thomas Müller den Weg zurück in die Startelf finde, wollte der Coach gestern nicht verraten, lobte den 29-Jährigen aber für seine Einstellung. Zudem stellte er klar, dass Siege auch den Spielern gehören, die nicht auf dem Platz stehen. David Alaba könnte in Athen so einer sein. Der zuletzt verletzte Österreicher muss erst noch heute den Stresstest bestehen. Wobei er sicher nicht so brüchig wie der olympische Komplex von Athen ist.  awe

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