Bad Tölz – Erst legten sie Effizienz an den Tag, dann bekamen sie Effizienz vorgelebt: Nach einem 5:3-Sieg am Freitag bei Aufsteiger Deggendorf mussten sich die Tölzer Löwen am Sonntag gegen Ravensburg klar mit 3:7 geschlagen geben.
Tölz hielt das Spiel zunächst trotz langer Unterzahl offen, doch im Mitteldrittel zogen die Gäste mit vier Toren in sechs Minuten auf 5:1 davon. Der Einsatz, den die Löwen anschließend ablieferten, war eher der Mut der Verzweiflung. „Vier Tore holst du gegen Ravensburg nicht mehr auf“, sagt Trainer Markus Berwanger. „Die machen aus wenig sehr viel.“
Die Gründe für die Tölzer Schwächephase, die mit Berwangers verärgerter Ansage während einer Auszeit und dem Anschlusstreffer zum 2:5 endete, verortet er in Ungeduld – und bei einem starken Gegner. „Wir wollten zu viel in zu kurzer Zeit.“ Die Towerstars machten deutlich, warum sie erst eines ihrer elf Spiele verloren haben: Sie machten extrem Druck, spielten ihre technischen und läuferischen Fähigkeiten aus. „Das ist extrem schwer zu verteidigen“, sagt Berwanger.
So war das Spiel gelaufen – spätestens mit dem fünften Gegentor auch für Keeper Ben Meisner, der sich bei der Parade den Oberschenkel verriss und von Andreas Mechel ersetzt wurde. Bis zum nächsten Spiel ist Meisner aber wohl wieder einsatzbereit.
In Deggendorf versäumten es die Tölzer, nach wechselnder Führung den Sack zuzumachen. Zwar klappte das Toreschießen – aber auch bei den Gastgebern, die Nachlässigkeiten der Tölzer ausnutzten und dranblieben. Erst im Schlussdrittel gelang es Kevin Wehrs, eine Zwei-Tore-Führung herauszuschießen.
Die Löwen hoffen, dass nun nicht mehr nur der Block der Ausländer, ergänzt mit Andreas Pauli, das Tor trifft. Auch die erste Reihe mit den Rückkehrern Philipp Schlager und Lubor Dibelka findet besser zusammen und sorgt für immer mehr Torgefahr. NICK SCHEDER